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Wie stellt sich die Schweiz zu Israel?

Dieses Thema im Forum "Aussen- und Europapolitik" wurde erstellt von fragile, 16. 12. 2018.

  1. fragile

    fragile Erfahrener Benutzer Keine_Parteiangabe

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    Vor nahezu 3 Jahren bin ich aus der Schweiz ausgewandert und nach Israel "nach Hause" gekommen. "Nach Hause" deshalb, weil ich Israel als das Heimatland für uns Juden empfinde. Genau so hat es der Völkerbund (dessen Rechtsnachfolger der UNO-Sicherheitsrat ist) um 1920 ja auch festgelegt.

    Seither hat sich mein Bild und mein Informationsstand drastisch geändert. Eigentlich muss ich sagen: Auf eine erschreckende Art geändert! Erschreckend deshalb, weil mir plötzlich bewusst wurde, wie übel es um den Informationsstand über Israel in Europa steht.

    Ich weiss noch nicht, on ich in diesem Forum erneut so aktiv werde, wie ich es früher einmal war. Die älteren Mitglieder kennen mich vielleicht noch (Hallo! Lebt Ihr alle noch? :) ).

    Doch wenn ich Zeit habe, möchte ich in diesem Thema über Israel berichten und bin auch zu Diskussionen bereit.

    Ich beginne mit einem ersten Thema: Der kürzlichen Abstimmung in der UNO über eine Verurteilung der Hamas.

    Wer das verfolgt hat, hat mitgekriegt, dass zwar eine Mehrheit die Terrorakte der Hamas verurteilt hat, dass die für eine Resolution notwendige 2/3tel Mehrheit jedoch nicht zustande gekommen ist. Dass eine einfache Mehrheit (wie ansonsten üblich) für diese Resolution nicht ausgereicht hat, war ein "Störmanöver" der arabischen Staaten.

    Nun - was mich erschreckt hat:

    - Die Schweiz hat - anders als die meisten westlichen Staaten - FÜR diese 2/3-Mehrheit gestimmt. Sie hat sich also auf die Seite der arabischen Staaten gestellt. (ein paar wenige Stimmen hätten ausgereicht, die einfache Mehrheit gelten zu lassen).

    und

    - Bei der eigentlichen Abstimmung hat sie sich der Stimme enthalten.

    Das finde ich schlicht skandalös!

    Wie kann sich eine Schweiz, die sich ansonsten als neutral verkauft und humanitäre Menschenrechte hoch hält, auf die Seite einer Terrororganisation stellen?

    Wie kann sie es akzeptieren, dass

    - der Einsatz von Kindersoldaten,
    - heimtückische Angriffe auf unbeteiligte Zivilisten,
    - der gezielte Beschuss mit 100ten von Raketen täglich auf zivile Ziele,
    - der Missbrauch von eigenen Zivilisten als "menschliche Schutzschilder",
    - der Einsatz von als Kinderspielzeug getarnten Bomben,
    - usw, usf - lauter Kriegsverbrechen

    ungeahndet akzeptiert wird?

    Und meine Fragen lauten: Warum tut die Schweiz solches? Was kann man dagegen unternehmen?
     
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  2. monokel

    monokel

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    Hallo @fragile

    Schon lange nicht mehr gelesen...:)

    Nun auf deine Frage bezogen: Der nahe Osten wird nie zur Ruhe kommen, da stecken Wirtschaftliche sowie Religiöse Interessen dahinter. Man gibt dem Futter der das Futter weitergibt und dieses Futter heisst Waffen. Ich denke es wird erst Ruhe geben wenn diese Religiöse Scheisse vernichtet wird. Unter Religiös verstehe alle Arten von Religionen sei es jüdischer, christlicher, islamischer und weiss ich noch was es noch gibt...der Mensch ist irgendwo im Neandertal stecken geblieben und vor allem: Der Mensch lernt nie was daraus, im Gegenteil! Der Mensch ist einfach zu blöde und zu dumm um ein friedliches Nebeneienander zu praktizieren.
    Aber was schreibe ich da? Man muss ja nur die Geschichtsbücher lesen...

    Ich denke meine Antwort war nicht sehr hilfreich...aber leider ist dies eine Tatsache. Da geht es nur um Geld, Macht und dem Ego im Menschen.
     
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  3. razzar

    razzar

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    Wichtig ist doch nur dass du weisst wie schön es ist eine Heimat zu haben. Im Nahen Osten gibt es oft noch Völker die irgendwie noch nach einer Heimat suchen oder sie grad verlieren usw. Da wird es wohl noch ein Weilchen dauern bis sich alle entgegen kommen und Frieden schaffen. Es ist schwierig sich als neutrales Individuum zu entscheiden bei einer Streiterei auf eine Seite zu stellen. Da kann man die Schweiz auch verstehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. 12. 2018
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  4. Forteleon

    Forteleon FDP

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    Ganz einfach, weil im EDA gewisse idealistische Figuren, meist Frauen, am Werk sind, die von realistischer Aussenpolitik nichts halten! Mit Ignazio Cassis ist das Aussendepartement endlich in eine Phase des Überdenkens solcher Positionen gekommen, weil Cassis erkannt hat, dass Aussenpolitik auch immer Innenpolitik ist.
    Das Parlament hat letzte Woche bewiesen, dass es davon nicht allzuviel versteht und hat eine Motion unterstützt, die nicht nur sehr dumm ist, sondern dem vereinfachten Weltbild von Gutmenschen entspricht, die obwohl sie sich für elitär halten, von Aussenpolitik keine Ahnung haben und sich wie Bauern benehmen!
     
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  5. Beat

    Beat Parteilos

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    Hallo Fragile - willkommen zurück! Wirklich erfreut, Dich alten Kompagnon aus dem Polittalk wiederzulesen!
     
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  6. Beat

    Beat Parteilos

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    Lieber Fragile,

    erstens, gratuliere zu Deiner neuen alten Heimat! Ich wünsche Dir alles Beste für Deine Zukunft.

    Zu Deiner Frage: Das ist nicht ganz so einfach.
    Tatsächlich kann ich die Haltung des DEA auch nicht nachvollziehen. Nun ist aber Aussenpolitik Sache des BR, das Volk kann nur sehr beschränkt darauf Einfluss nehmen.

    So sehr ich für die Kreierung des modernen Israelischen Staates Sympatie hege, so sehr ist aber die Sache komplex. Natürlich verurteile ich jede Art von Terrorismus und Gewaltanwendung, insbesondere von Seite der Hamas und anderer arabischer Organisationen. Ich kann aber auch nicht die Augen verschliessen vor dem Unrecht, welches vom Israelischen Staat ausgeht. Da sind mal die gemäss UNO illegalen Siedlungen auf Palestinensischem Territorium. Des Weiteren die Zerstörung Palestinensischer Häuser, usw. Gewalt ruft eben nach Gegengewalt.

    Historisch ist die Sache auch komplex. So wie die Israelis pochen auch die Palestinenser auf geschichtlich fundiertes Besitzrecht des Gebietes. Wer war zuerst da? Die Israelis oder die Palestinenser? Ja gewiss, zur Zeit Christi und davor waren die Israelis da die Herren. Aber wer war da bevor die Juden mit Moses aus Ägipten auswanderten und sich in Palestina ansiedelten? Fragen über Fragen.

    Die Israelis wurden nach der Zeit Christi aus Palestina vertrieben, es siedelten sich arabischstämmige Bevölkerung an. Man kann dies aus der biblischen Geschichte begründen, wenn man religiös genug ist. Es mag andere Gründe dafür gegeben haben, ich weiss es nicht. Fakt ist, dass die Palestinenser sich dort ansiedelten und über Jahrhunderte blieben. Verständlich, dass sie Besitzrecht beanspruchen.
    Man stelle sich mal vor, die Römer kämen zurück nach CH und beanspruchten das Gebiet, weil sie vor 2000 Jahren mal hier die Herren waren.

    Der ganze Problemkreis ist also überaus komplex. Ich fürchte, die Menschheit wird noch lange damit leben müssen. Eine Lösung ist nur möglich mit friedlichem, einvernehmlichem aufeinander Zugehen und gemeinsam eine Lösung erarbeiten.
     
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  7. Nebelhorn

    Nebelhorn

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    Trotz Deiner etwas brachialen Wortwahl muss ich Dir im Kern recht geben. Religionen, wie sie seit jeher und bis heute interpretiert und praktiziert werden, sind im Grossen und Ganzen eine höchst menschenfeindliche, inhumane und heuchlerische Seuche, die bereits unendliches Leid über die Menschheit gebracht hat.
    Es vergeht fast kein Tag, an dem nicht TV-Beiträge bis zum Ueberdruss über die Judenverfolgungen im Dritten Reich über den Bildschirm flimmern. Das könnte ja noch auf ein gewisses Verständnis stossen, würde im Gegenzug auch über die masslose Unterdrückung, die Ausbeutung, die beständige Enteignung und Erniedrigung der Palästinenser in den seit Jahrzehnten von Israel besetzten Gebieten berichtet. Und natürlich auch von der vielfach menschenverachtenden Behandlung der Palästinenser durch die Besatzungsmacht, die wie in einem grossen, eingemauerten Konzentrationslager dahinvegetieren. Dieses Thema wird jedoch konsequent totgeschwiegen, als existiere es nicht. Beachtlich ist, dass sich selbst in Israel immer wieder Stimmen erheben, die dieses Unrecht mit vernehmbaren Protesten anprangern. Wenn man mich jetzt - wie so üblich beim Aufgreifen dieses Themas - einen Antisemiten nennt, dann bin ich noch so gerne einer.

    Nehmen wir das Beispiel der katholischen Kirche. Diese Pharisäer predigen beständig Gottesfürchtigkeit, Nächstenliebe, Humanität, Gerechtigkeit und vieles mehr. Und was treibt diese Klientel hinter ihrem religiösen Tarnnetz? Viele dieses göttlichen Bodenpersonales missbraucht Kinder, vollzieht Kratzfüsse vor übelsten Diktatoren und Menschenschindern, lügt, betrügt und suhlt sich in einem materiellen Wohlstand, während Massen ihrer Naivgläubigen in bitterer Armut darben. Ein kleiner Trost ist, dass auch in diesem Fall grundsätzlich nicht alle in den gleichen Topf geworfen werden dürfen.
     
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