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Warum hassen die Schweizer Deutsche?

Dieses Thema im Forum "Dorfplatz" wurde erstellt von Buesi99, 12. 08. 2014.

Warum hassen die Schweizer Deutsche? 3.8 5 5votes
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  1. Buesi99

    Buesi99 Keine_Parteiangabe

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    Ich habe mal dieses Forum hier gewählt, weil ich nicht genau weiss, wohin mit diesem Thema.

    Ich bin, wie bereits geschrieben, Deutscher und habe gedacht, eine deutsch-schweizer Freundschaft wäre trotz der Ressentiments politischer seits möglich. Doch irgendwie fühle ich mich mit jedem Besuch in der Schweiz immer unwohler.

    Das hat zum einen mit dem üblichen Deutschen Bashing (Nazi) zu tun und endet dann dabei, dass einem mutwillig das Auto zerkratzt wird oder einen schweizer Kollegen, den man vorher gar nicht getroffen oder gekannt hat, geschäftlich auflaufen lassen.

    Oder es wird ganz offen, wenn Deutsche in der Schweiz deutsch sprechen, sich über die Deutschen mockiert und das, von Schweizern, die selbst in Deutschland in den Uusgang gehen oder zum Feiern.

    Gleichzeitig werden dann einem beruflichen Offerten unterbreitet, in der Schweiz zu arbeiten. Aber bevor jetzt irgendein SVPler hier einen Wutanfall kriegt, nein, ich lehne kategorisch diese Angebote ab, weil ich keine Lust habe, als Deutscher gemobbt zu werden, so wie es dt. Freunden von mir schon passiert ist in der Schweiz.

    Aber woher kommt denn dieser Hass und warum gibt es so viel Zustimmung für die Hetzer in der Schweiz?

    Warum sollte ich als Deutscher euch immer noch freundlich begegnen in Deutschland, wenn umgekehrt man als Deutscher angefeindet oder ausgegrenzt wird in der Schweiz?
     
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  2. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Die ganze Thematik der Deutsch-Schweizerischen Beziehungen ist ja nicht ganz neu - man möchte fast sagen, sie hat sich in den letzten Jahren zu einem 'Forschungsgebiet' entwickelt, zu dem langsam fast jeder eine Meinung hat.
    (Oder anders gesagt: Als die früher desöfteren von mir besuchte Website www.blogwiese.ch vor 10 Jahren angefangen hat, war das noch halbwegs ein Novum - heute kräht kaum noch ein Hahn danach.)

    Ich möchte mir an dieser Stelle auch nicht anmassen, eine umfassendes Statement zur Sache abgeben zu können - insbesondere da ich glaube persönlich von mir behaupten zu können, keinerlei Probleme mit Deutschen zu haben (vielmehr habe ich einige gute deutsche Kollegen und selbst eine Deutsche Ex-Freundin ;-))


    Deswegen nur einige allgemeine Thesen:

    1. Die 'Fremdenfeindlichkeit' einer Gesellschaft als Ganzes ist nicht so leicht zu bestimmen. Von einzelnen (oder auch zahlreichen) negativen Erlebnissen kann nicht pauschal darauf geschlossen werden, dass alle Schweizer etwas gegen Deutsche haben.

    2. Die Schweiz ist ja (entgegen gewisser Gerüchte) kein paradiesisches Teletubbie-Land. Wir wissen (hoffentlich) alle, dass es hier bedeutende fremdenfeindliche Tendenzen gibt - wie wohl in den meisten anderen Ländern auch. Wie stark diese Tendenzen im Vergleich mit - beispielsweise - unseren Nachbarländern sind, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber wenn ich schätzen würde, würde ich sagen, sie werden ähnlich ausgesprägt sein.

    3. Deutsche gelten hier, insbesondere seitdem sie in sehr grosser Zahl zugewandert sind, bei vielen nun ebenfalls als Fremde. Und sie gelten potentiell eben auch als 'Wirtschaftsflüchtlinge' - oder um es etwas weniger drastisch auszudrücken: Als Arbeitsmigranten aus einer schwächeren Volkswirtschaft.
    Gerade diese beiden Punkte sind es wohl auch, die für die Deutschen so irritierend sind.
    Denn wen man quasi die selbe Muttersprache spricht und gleich ausschaut, fühlt man sich nicht sonderlich fremd - und wenn man aus einem traditionellen Einwanderungsland - dem Wirtschaftswunder Deutschland - kommt, würde es einem natürlich auch nie in den Sinn kommen, andernorts von einigen ähnlich betrachtet werden, wie im eigenen Land von einigen vielleicht die Migranten aus der Türkei betrachtet werden/wurden.

    4. Dass Deutsche in grosser Zahl in die Schweiz einwandern ist wie gesagt ein relativ junges Phänomen, welches relativ rasch und in grossem Stil aufgetreten ist. Diese schnelle Veränderung schürt wohl gewisse Ängste und Ressentiments besonders - ein "Gewöhnungseffekt" wird vermutlich eintreten, aber er wird noch ein bisschen auf sich warten lassen.
    (Man denke nur an die italienischen Migranten und ihre Nachkommen - in der ersten Generation angefeindet, inzwischen so einheimisch wie Käsefondue.)

    5. Der Deutsche in der Schweiz wird heute (durch die oben genannten Veränderungen) eben in erster Linie nicht mehr als Tourist sondern als Arbeitsmigrant wahrgenommen.
    Und die Gastfreundlichkeit gegenüber Arbeitsmigranten ist nunmal leider in der Regel im Durchschnitt geringer als gegenüber Touristen. (Nicht nur in der Schweiz, wage ich zu behaupten.)
    Die Gründe sind klar: Der Tourist bringt Geld, der Arbeitsmigrant nimmt es (zumindest in der Denkweise veiler, insbesondere solcher die es auf dem Arbeitsmarkt selber nicht leicht haben) weg.


    So viel einmal für den moment. Falls es etwas wirr sein sollte, entschuldige ich mich mit den Nachwirkungen einer Lebensmittelvergiftung, die ich mir Sonntag Abend zugezogen habe :/
     
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    Alexander, 12. 08. 2014
    Last edited by Alexander; at 12. 08. 2014
    #2
  3. razzar

    razzar

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    Ich kenne nette Deutsche hier in der Schweiz. Und sie sind z.T. freundlicher und humorvoller als viele Schweizer.
    Aber:
    Es gab mal einen Fall auf ignoranz.ch, wo jemand tatsächlich verlangte dass die Schweizer nur noch hochdeutsch sprechen sollten, damit man sie auch verstehe.
    Ich kenne einen Fall, wo ein deutscher Personalchef den Auftrag hat (oder hatte) u.U. die Schweizer mit günstigeren Deutschen zu ersetzen und auch gnadenlos damit bei den schweizer Arbeiter drohte (dass viele Deutsche auf den Job scharf seien) falls sie mit dem neuen Arbeitsvertrag (Lohnsenkung) nicht einverstanden sein sollten.

    Es gibt schon Gründe warum man unfreundlich behandelt werden kann. Ein Schweizer der in Deutschland nur schweizerdeutsch spricht und das Gefühl hat man müsse da mit ihm auch schweizerdeutsch sprechen ohne jemals die Gastgeberlandessprache erlernen zu wollen, ein Schweizer der in Deutschland den deutschen Arbeiter droht mit Ersetzen durch schweizer Arbeiter, ein einfacher schweizer Arbeiter (Wirtschaftsflüchtling) in Deutschland wenn es doch genug qualifizierte deutsche Arbeitslose dafür gibt...
    Es ist alles eine Sache des Blickwinkels. Entweder man trifft in existenzgefährdender Konkurrenz aufeinander - dann kann es knallen, oder man lernt sich privat kennen oder sonst ohne jeglichen Konkurrenzkampf - dann kann es lustig sein.

    Irgendjemand wollte mal, dass das Arbeiterüberangebot bestehen soll. Der wollte auch dass die Völker damit zurecht kommen müssen. Korrektheit im Benehmen fängt schon da an wo man keine Jobs annimmt oder gar sucht, solange in diesem Land des Jobangebotes auch nur ein Arbeitsloser ohne gut bezahlten Job leben muss. Genau so beginnt es schon bei den Arbeitgebern, dass sie darauf achten sollten, dass zuerst das "eigene" Volk zufrieden ist, und nicht den Anschein hinterlassen eher das Gegenteil zu bewirken.
    Aber da die Errungenschaft von Wohlstand und Gewinn scheinbar heute noch unbedingt Gewinner und Verlierer erfordert (anstelle nur Gewinner), ist dies alles nicht verwunderlich.
     
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  4. censeo

    censeo

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    @Buesi99
    Ich bin überzeugt es kommt davon, dass die Schweizer finden, deutsche Menschen seien viel weniger wert als andere und auch viel weniger schön, weniger lieb und weniger dick. Ausserdem kommen die immer so rasant um die Ecken geschossen.
     
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  5. Buesi99

    Buesi99 Keine_Parteiangabe

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    @Alexander

    Dass Deutsche hochdeutsch reden, ist eine schweizerische Anektode. Ich habe mal mit einem Schweizer badisch gesprochen, weil er lieber schweizerdeutsch spricht, dachte ich mir, och ich habe auch einen Dialekt, den ich sprechen kann. Siehe da, er hatte ebenso seine Verständigungsprobleme.

    Außerdem wird jeder Norddeutsche sofort hören, dass ich aus dem Süden Deutschlands komme, weil es eben kein hochdeutsch gibt, jeder hat einen Anteil Dialekt in seinem Deutsch. Hochdeutsch dient nur der Verständigung, nicht mehr, und die kann sehr brauchbar sein, z.B. wenn Schweizer in Deutschland Geschäfte machen wollen.

    Ergo aus Rücksicht der Verständigung reden wir mit euch Schweizern hochdeutsch, ansonsten würdet ihr kaum etwas verstehen. Insofern ist es aberwitzig daraus eine Arroganz der Deutschen abzuleiten, wenn sie die Verständigung suchen, anstatt auf ihren Dialekt zu pochen.

    @razzar

    Das kann ich nachvollziehen, dass Schweizer dann sauer sind und sich den schwachen Gegner, der auch gar nichts dafür kann, raussucht: die Deutschen. Gleiches machen in Deutschland auch manche bzw. wird gegen Ausländer auf die gleiche Weise gehetzt. Das Schema ist gleich, die Volksgruppen werden ausgetauscht.

    Da sind allerdings diese Arbeitgeber an den Pranger zu stellen, die bewusst Menschen gegeneinander ausspielen, wie es auch in Deutschland manche von diesen zwielichtigen Gestalten machen.

    Zum Thema Sprache habe ich bereits Alexander geantwortet. Dient lediglich der Verständigung, ansonsten würdet ihr Schweizer auch uns Deutsche nicht verstehen und Sprache dient nun mal primär der Verständigung.
     
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  6. Buesi99

    Buesi99 Keine_Parteiangabe

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    Das ist gut möglich, Deutsche sind auch per se unsympathisch wenn sie gar nichts sagen oder noch schlimmer, wenn sie im Fussball Weltmeister werden. Da kriegen übrigens manche Schweizer einen richtigen Wutanfall, gell.
     
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  7. censeo

    censeo

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    @Buesi99
    Ich glaube, der Punkt ist nicht mal wirklich die Sprachvariante in der die Deutschen etwas sagen, sondern es ist die Eigenschaft dass sie überhaupt immer etwas zu sagen haben...
     
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