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Über den Atomausstieg abstimmen

Dieses Thema im Forum "Atompolitik" wurde erstellt von PlainCitizen, 24. 11. 2014.

Über den Atomausstieg abstimmen 4.3 5 3votes
4.3/5, 3 Bewertungen

  1. PlainCitizen

    PlainCitizen Parteilos

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    Da wir ja bekanntlich aus der Atomernergie aussteigen wollen (sagen die einen) oder Da wir ja bekanntlich nicht aus der Atomenergie aussteigen wollen (sagen die anderen) wärs am gescheitesten, dazu eine Volksabstimmung zu machen. Dann können die Stimmbürger ihre Meinung abgeben, und der Bundesrat macht danach das, was er will. Aber immerhin wäre dann gefragt worden, zum Beispiel so:

    "Soll die Schweiz aus der Atomenergie aussteigen": Ja Nein
    oder auch
    "Soll die Schweiz eine Energiewende vollziehen": Ja Nein
    oder so ähnlich.

    So kompliziert, wie das bei uns abläuft, hat die FDP nun mal eine Aktion gestartet mit einer Online-Petition (was immer sowas bewirkt): www.energiestrategie-vors-volk.ch
     
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    PlainCitizen, 24. 11. 2014
    Last edited by PlainCitizen; at 24. 11. 2014
    #1
  2. Rolf

    Rolf Guest

    Neuer Benutzer
    "Da wir ja bekanntlich aus der Atomernergie aussteigen wollen (sagen die einen) (…)"

    Der Ausstieg bis von 2019 bis 2034 ist beschlossen, Herr oder Frau Citizen. Sie rennen offene Türen ein.

    "Im Juni 2011 stimmten derNationalrat und im September 2011 der Ständerat entsprechenden Motionen zu.[115] Demnach sollen keine neuen Kernreaktoren mehr genehmigt werden; die bestehenden Anlagen sollen nach Ende ihrer „sicherheitstechnischen“ Laufzeit abgeschaltet werden. Somit würde gemäß den Einschätzungen der Atomausstieg in der Schweiz bis 2034 vollzogen sein.[116][117] Der erste der insgesamt fünf Reaktoren, das Kernkraftwerk Mühleberg, wird 2019 vom Netz gehen, nachdem eine Volksinitiative zur sofortigen Abschaltung im Mai 2014 deutlich verworfen wurde. (…)"

    http://de.wikipedia.org/wiki/Atomausstieg#Schweiz_2011.E2.80.932034
     
  3. PlainCitizen

    PlainCitizen Parteilos

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    Sie nennen Motionen. Das sind keine Gesetze, das ist bloss der Wunsch, etwas zu tun oder beschliessen. Der Ausstieg ist nicht beschlossen.
     
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    PlainCitizen, 27. 11. 2014
    Last edited by PlainCitizen; at 27. 11. 2014
    #3
  4. Commodore

    Commodore Keine_Parteiangabe

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    Richtig, es ist eine Empfehlung unter dem Vorbehalt, dass Alternativen möglich sind zu einem bezahlbaren Preis. Man hat nur den Hype genutzt. Die Empfehlung ist weder redlich noch realistisch.

    Betrachten wir doch die Realität:

    Gut drei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima diskutieren weltweit zwei Länder ernsthaft den Ausstieg aus der Kernkraft: die Schweiz und Deutschland.
    Deutschland hat schon gehandelt und acht Reaktoren vom Netz genommen – dafür ist der CO2-Ausstoss gestiegen, denn es wird wieder mehr Kohlestrom erzeugt. Japan hatte den Ausstieg zwar auch beschlossen, ist in der Zwischenzeit aber daraus ausgestiegen. Die bestehenden Kraftwerke werden auf ihre Sicherheit überprüft und zum Teil wieder hochgefahren.
    Abgesehen von diesen Ländern stehen die Zeichen auf Expansion: Zum Jahresbeginn 2014 waren weltweit 72 Kernkraftwerke in Bau. Dabei nimmt China mit 29 Reaktoren die Führungsposition ein – Chinas Energiehunger scheint unstillbar. Auch Russland ist mit zehn in Bau befindlichen Werken eine treibende Kraft.

    http://blog.tagesanzeiger.ch/datenblog/index.php/4886/von-wegen-ausstieg-aus-der-atomenergie

    Ich glaube nicht, dass es befriedigend wäre, wenn wir das St. Floriansprinzip anwenden und den Atomstrom von Frankreich und Tschechien importieren.

    C.
     
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  5. razzar

    razzar

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    Es gibt verschiedene Aspekte um diese Fragen anzugehen. Mich dünkt es etwas radikal immer nur mit Ja und Nein antworten zu dürfen.

    Am besten wäre natürlich nur Wasser, Wind und Sonne, und dies weltweit gegenseitig verteilend. Das wäre DER Fortschritt den die Natur und auch der Mensch bräuchte. Aber was wenn es durch einen grossen Vulkanausbrucht mal eine Zeit lang auf der Erde keine Sonne hat, wenig Wind weht und Wasser alleine nicht genügt? Sollte man da nicht eine Redundanz in Form eines AKWs haben, welches dann eingeschaltet wird wenn es so nötig wird um die nötigste Energie fürs Volk herstellen zu können? Denn immerhin sind dann alle, inkl. Nahrungsherstellung, von Energie abhängig.

    Am deutlichsten sichtbar wird, dass wenn es nur um Geld geht, sowieso nie etwas Gescheites und Vernünftiges gemacht wird. Es darf ja dann nur dem Profit wegen gemacht werden und sonst für gar nichts. Und das ist das Falscheste was man in Sachen Energieherstellung tun kann. Denn alle brauchen Energie zum überleben, und das dürfte nicht mit Profitgier gemischt werden.
     
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    razzar, 27. 11. 2014
    Last edited by razzar; at 27. 11. 2014
    #5
  6. PlainCitizen

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    Vielleicht müsste das auf dem Stimmzettel anzukreuzen sein: ;)
    Ja Nein Vielleicht Weissnichtrecht Malschauen Sosolala
     
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  7. tapir

    tapir Parteilos

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    Bis Fukushima diskutierten wir in der Schweiz über Gösgen 2. Ich finde, wir sollten an diesen vernünftigen Punkt zurückkehren. Der Grund: Es gibt nur beschränkt viele Alternativen. Diese bringen alle ihre Nachteile mit:
    • Windenergie ist sehr launisch und muss jeweils mit Kohle-Brennern "rückversichert" werden. Die CO2-Einsparung wird marginal. Zudem verschandeln und zerstören die Windräder die Umwelt: Es muss eine Strasse zu jeder Mühle gebaut werden, der Lärm vertreibt die Wildtiere - und die Vögel haben schon gar nix zu lachen. An den Materialverschleiss (Stahl) nicht zu denken.
    • Solarenergie ist in Deutschland ein Witz. Und sie wird es bleiben. Allen Lobbying-Versuchen von Swiss Cleantech und Konsorten zum trotz.
    • Geothermie verursacht Erdbeben und hat in Deutschland auch schon mal eine Stadt zerstört (http://www.zdf.de/terra-xpress/staufen-vom-zerfall-bedroht-6605920.html). Geothermie verursacht somit im Normalbetrieb schon fast ähnlich katastrophale Auswirkungen wie AKWs bei einem GAU.
    • Kohle ist einfach nur dreckig. Insbesondere Braunkohle. Das sage ich als einer, der CO2 nicht als Kampfgas, sondern als überlebenswichtiges Spurengas in der Atmosphäre betrachtet, das der alleinige Ursprung unserer Nahrungskette(n) ist. Kohle produziert jedoch auch viel Feinstaub und für die Förderung müssen ganze Landstriche abgefräst werden (Tagebau). Zudem ist die Förderung sehr riskant für die Gesundheit der Kumpel (Untertagebau).
    • Gas hat (wieder) Potenzial, aber als alleiniger Energieträger wirds nie reichen.
    • Wasser ist in der Schweiz heute bereits praktisch vollständig ausgebaut. Und Kleinwasser-KW sind aus ökologischer Sicht ein Graus.
    • Fusion wäre mein Traum, doch leider ist so ein Plasma, das Millionen von Grad heiss ist, nicht einfach zu bändigen... Jüngste Entwicklungen in der amerikanischen Rüstungsindustrie lassen indes hoffen.
    Atomstrom hingegen ist nicht nur die sicherste Form der Energiegewinnung, der Platzbedarf für ein Kraftwerk ist ebenfalls sehr klein. Gerade für ein kleinräumiges Land wie für die Schweiz bedeutet dies einen enormen Vorteil. Die Versorgung mit Brennmaterial ist auf Jahrzehnte hinaus gesichert und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle ist ein politisches Problem und kein wissenschaftliches.

    Zudem hat die Erfahrung einfach gezeigt, dass ein Atomausstieg nach deutschem Vorbild eine ganz schlechte Strategie wäre.
    • Die Kosten für den Atomausstieg in Deutschland sind gewaltig. Bezahlt wird die Rechnung wie immer durch die Privatkonsumenten. Ich habe bereits von Leuten gehört, denen der Haarföhn oder ein Vollbad zu teuer geworden sind.
    • Ökologisch ist der Ausstieg grundsätzlich zweifelhaft; eine lokal extensive Energiegewinnung ist alleine wegen des Platzbedarfs schädlicher für die Umwelt als eine konzentrierte, intensive Gewinnung. Deutschland sieht heute schlechter aus als vor 20 Jahren und die Wildtiere und Vögel haben auch keine Freude an der Energiewende. Hinzu kommt, was ich oben über das Band-Energie-Problem bei "Windkraft" schrieb,
    Aus diesen Überlegungen bin ich dafür, dass wir die alten Mühlen abstellen, dafür aber neue und sichere(re) Kernreaktoren bauen.

    PS: Thorium wäre vielleicht noch ein Stichwort zu diesem Thema. Leider bis auf Weiteres auch eher utopisch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. 12. 2014
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    tapir, 10. 12. 2014
    Last edited by tapir; at 10. 12. 2014
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