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Trump, Brexit, Populismus - der Aufstand der Abgehängten?

Dieses Thema im Forum "Internationale Medien und Schlagzeilen" wurde erstellt von Alexander, 25. 07. 2016.

Trump, Brexit, Populismus - der Aufstand der Abgehängten? 4.1 5 7votes
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  1. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Ich bin vorhin auf diesen Artikel hier gestossen, den ich hier mal zur Debatte stellen wollte, auch wenn ich gewissen darin erwähnten Details widersprechen würde.

    Der Artikel stellt die These auf, dass wir momentan gerade - und in Zukunft noch vermehrt - den Aufstand derjenigen erleben, die (hauptsächlich mangels Intelligenz & Kompetenz) in der Leistungsgesellschaft nicht mehr mithalten können.
    Das letzte Mittel was diese Leute noch haben sei die Demokratie, denn sie stellen eine Mehrheit.

    Die Demokratie im 21. Jahrhundert hätte sich demnach gewandelt: Nicht mehr wie in ihren neuzeitlichen Anfängen (Antike & Co einmal ausgeblendet) ein Mittel mit dem eine wachsende tüchtige Bürgerschicht die willkürlich an die Macht gekommene untüchtige Aristokratie beseitigen konnte, sondern ein Mittel, mit dem eine untüchtige Masse die von ihnen entfremdete tüchtige Oberschicht (Meritokratie) in ihre Schranken weisen kann.
    Die Rache derjenigen quasi, die in der heutigen Leistungsgesellschaft von klein auf vor Augen geführt bekommen, dass sie nicht viel taugen.
    Ein britische Soziologe hat das wohl schon in den 50ern prophezeit.


    Ich für meinen Teil glaube zwar nicht, dass die Meritokratie eine Tatsache ist (schliesslich finden sich zahllose Pfeifen in hohen Positionen - Risikobereitschaft und vor allem Unverfrorenheit kann offensichtlich viel an mangelnder Intelligenz wettmachen), aber es ist doch durchaus auffällig, wie sich die Massen an "Abgehängten" (was im dem Artikel als nette Umschreibung für "Idioten" gesagt wird) zunehmend selbstbewusst organisieren und eine politische Macht darstellen.

    Und ich muss gestehen, dass ich die Sache auch noch nie auf diese Weise aus der Perspektive eines "Abgehängten" betrachtet habe.
    D.h. ich habe mich bisher immer nur darüber geärgert, dass heutzutage jeder Depp glaubt, zu allem eine Meinung herumposaunen und diese auch noch politisch vertreten zu müssen.
    Dass es umgekehrt auch für die Deppen schwer zu ertragen sein muss, dass sie eben die Deppen sind, habe ich tatsächlich kaum bedacht.
     
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    Pallas Athene gefällt das.
  2. Forteleon

    Forteleon FDP

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    na ja, ob die so derartige deppen sind, dass sie nicht bemerken, dass sie es sind, die die steuern bezahlen, damit für die armen Randgruppen die stunden der Sozialpädagogen (die sie ja als deppen bezeichnen) finanzieren, bezweifle ich nun wirklich.

    ich denke vielmehr, dass das genau einer der gründe ist, weshalb der untere Mittelstand so stark svp wählt, weil die svp die einzige Partei ist, die die Hoffnung glaubhaft verkauft, etwas gegen die Parasiten in den roten Sesseln zu tun, deren grosses einkommen sich nur aus steuerfranken zusammensetzt!

    das ist auch wahrscheinlich der grund, warum der durchschnittliche sp wähler nicht gegen höhere steuern ist, weil sei einkommen ja von der höhe derselben abhängig ist. sprich die selbsternannte elite ist eigentlich gar keine, sondern nur ein haufen von Parasiten!
     
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  3. Commodore

    Commodore Keine_Parteiangabe

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    Ich würde einmal ganz grundsätzlich die Frage stellen: WER ist denn diese Elite?

    Für mich ist das Polit-Establishment ein sehr kleiner Bestandteil der Elite.

    C.
     
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  4. Ginestra

    Ginestra Parteilos

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    Es ist ebenso klar wie offensichtlich, dass die Finanzfaschisten lieber (die käuflichere) Clinton im weissen Haus sähen. Sie werden sich auch mit Trum arrangieren oder Trump bekommt ein grosses Loch in den Kopf...
     
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  5. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Die "Abgehängten" von denen im Artikel gesprochen wird sind ja gerade nicht die grossartigen Steuerzahler, sondern die Einkommensschwachen.
    Da deiner in einem anderen Thread erklärten Meinung nach fast ausschliesslich die Reichen für die Steuern aufkommen, macht die Argumentation hier also nicht sonderlich viel Sinn.

    Den restlichen Quatsch im Detail zu kommentieren, erspare ich mir mal.
    Es ist allerdings so, dass die Sessel der "Parasiten" (was scheinbar deine Bezeichnung für Beamte ist) mit grossem Einkommen mehrheitlich blau und nicht rot sind. Es ist nämlich ironischerweise deine FDP, die im Kader der Verwaltung besonders stark vertreten ist. (Nicht mehr so extrem wie in den 80ern, wo drei Viertel des Verwaltungskaders ein FDP-Parteibüchlein hatten, aber die FDP steht noch immer an der Spitze).

    Sagtest du übrigens nicht selbst einmal, du seist Gemeinderat? Ist das ein Ehrenamt in deiner Gemeinde? (Als in der Privatwirtschaft erwerbender Steuerzahler darf ich ja mal fragen, oder? ;))


    Was den Eliten-Begriff des Textes (den es eigentlich zu besprechen gäbe) angeht, dürftest du vermutlich auch zu dieser 'Elite' gehören. (Die im übrigen ja nicht selbsternannt ist, sondern von diesem Soziologen ernannt, der dies durchaus nicht positiv meint.)


    Ich denke der Autor des Artikels & der Soziologe, dessen Theorie er aufgreift, meinen das auch nicht so. Also dass nur das Polit-Establishment die 'Elite' ist.

    Soweit ich das verstehe meinen sie damit jene mit guter Ausbildung, guten Jobs, gutem Einkommen.
     
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  6. Vox borealis

    Vox borealis Parteilos

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    Sehr guter Artikel.

    Damit lässt sich auch die EU geradezu vorführen, die vehement gegen Volksabstimmungen und direkte Demokratie ist. Wortführende Medien in den EU-Ländern haben den Ausgang der Brexit-Abstimmung unisono auf Ungebildete, Beschränkte, Nostalgiker und dergleichen abgeschoben ohne auch nur ansatzweise die repräsentative Zahl von ca. 17 Mio Brexit-Stimmen zu berücksichtigen oder genauere Abstimmungsanalysen abzuwarten.

    Ist die EU bereits ein meritokratisches Bündnis?
     
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  7. Forteleon

    Forteleon FDP

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    bei einer näherer Betrachtung der brexitbefürworter stellt man klar fest, dass diese eher konservativen älteren schichten über mehr einkommen verfügen als die jungen brexitgegner. es handelt sich also nicht um einen aufstand der abgehängten, sondern um einen aufstand jener, die ökonomisch betrachtet eben unabhängig sind und nicht auf Transferzahlungen in form von renten oder staatslohneinkommen angewiesen sind. die selbstdefinition der nichtabgehängten geht darauf zurück, dass diese in ihrer eigenen Facebook welt leben und sich deshalb, weil sie nur gruppen angehören die die eu liken, gar nicht vorstellen können, dass es andere wohlhabende mit gutem einkommen gibt, die nicht so denken wie sie. die definition der abgehängten erfolgt also auf der Basis des mottos die anderen sind dümmer als ich ..... soziologisch betrachtet ist das eine klassische pseudoelite ......

    auch wieder falsch, auch in uk gilt, dass der obere drittel den teuren unteren drittel finanziert und der Mittelstand sich selbst. die reichen dürften in der frage des brexits gespalten gewesen sein. darunter gab es jene, die durch den brexit sozusagen direkt Geld verlieren, vor allem der finanzsektor, immer aber auch ausnahmen, denen es eben umgekehrt geht und die nicht nur die harten ökonomischen Kriterien betrachten, sondern auch andere. das Thema Zuwanderung war auch in diesen kreisen ein Thema, sprich es wurde bezweifelt ob man immer die besten kriegt, wenn man einen Australier einstellen könnte aber einen Bulgaren nehmen muss. so gab es also in diesem oberen drittel durchaus eine menge von mitentscheidern, die für das brexit waren!

    als Gemeinderat habe ich kein vollzeitamt und meine Bezeichnung für die roten sesselfurzer reicht weit über die Verwaltung hinaus in unser bildungs- und gesundheitssystem hinein. ich hatte die Gelegenheit die Effizienz meines verantwortungsbereiches zu erhöhen, indem ich stellen in der Verwaltung strich ... übrigens arbeite ich 100% in der Privatwirtschaft als selbständigerwerbender ... und habe daneben noch ein 35% Mandat bei der gemeinde .... das geht durchaus, und das System schweiz funktioniert so ziemlich gut.
    um wieder auf die abgehängten und jene zu kommen die sich selber als elite sehen, dann meine ich genau diesen zwischenbereich den ich als oberen, staatlich subventionierten Mittelstand anschaue. die Gymnasiallehrer beispielsweise, oder die pflegefachfrauen mit führungsverantwortung. das sind ja genau jene, die aufgrund ihrer Ausbildung eigentlich in der regel eine recht eingeschränkte Wahrnehmung gesamtgesellschaftlicher Prozesse haben, aber der selbstansicht sind, dass sie genau wissen wie der töff funktioniert - auch wenn sie ihn nicht begreifen! diese kreise fühlen sich ja berechtigt, die unter ihnen stehenden als dumm, dämlich, zurückgeblieben und abgehängt zu bezeichnen. immer dabei übersehend, dass sie mit der ausnahme des eigenen fachbereiches über keine vertieften Einsichten verfügen - im falle der Lehrer nicht mal in jenem beriche, der Bildungspolitik, wo das eigentlich der fall sein sollte. Mehrheiten in demokratischen Prozessen kommen eben nicht zustande weil dumme zurückgebliebene abgehängte falsch abstimmen, sondern weil eine dümmliche pseudeelite sich facebookliked wohlfühlend und jeglicher Berührung mit den unangenehm "falsch" denkenden Mehrheit entziehend, im Elfenbeinturm umherirrend, jeglichen bezug zur gesamtgesellschaftlichen Realität verloren hat. am schluss wird über abgehängte philosophiert um die eigene Blödheit zu kaschieren.

    Tatsache im zusammenhang mit dem brexit ist nämlich etwas ganz anderes. dass nämlich die echten eliten gespalten waren und sich die Mehrheit und Minderheit in dieser frage gauskurvenähnlich zusammensetzen aus den verschiedenen schichten zusammensetzen. nicht die dummen und abgehängten haben ein ja für den brexit in die urne gelegt, sondern eine Gesamtheit in der die Anteile von nicht abgehängten und abgehängten nach dieser idiotischen definition eines polittheoretisch unbedarften proportional gleich vertreten waren.
     
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