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Syrien

Dieses Thema im Forum "Politik weltweit" wurde erstellt von tapir, 24. 11. 2015.

Syrien 4.5 5 4votes
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  1. tapir

    tapir Parteilos

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    tapir, 24. 11. 2015
    Last edited by tapir; at 24. 11. 2015
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  2. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Ja, das dachte ich mir auch schon. Allerdings war Syrien ja in anderen Threads (u.a. dem Russland/Ukraine/Krim-Thread) desöfteren mal Thema.

    Zum aktuellen Anlass: Dass die Türken - ein NATO-Staat, nota bene - einen russischen Kampjet abgeschossen haben, scheint mir doch eine ziemlich bemerkenswerte Sache zu sein. Selbst wenn es so wäre, wie die Türken behaupten (und Russland dementiert), nämlich dass der russische Jet kurz einen Zipfel türkisches Gebiet überfolgen habe (runtergekommen ist er ja in Syrien) schiene das doch eine mehr als krasse Reaktion auf eine minimale Luftraumverletzung durch einen Staat, mit dem man angeblich das gemeinsame Ziel der Terrorbekämpfung hat.

    Dass die Türken, die den IS ja bekanntlich lange unterstützt haben, nun zu solchen Mitteln greiffen, ist m.E. ein Hinweis darauf, dass sie im Grunde nach wie vor an ihrem bisherigen Kurs der Terror-Unterstützung festhalten. Da ist es nur folgerichtig, dass sie die offenbar einzige Kraft bekämpfen, die in Syrien tatsächlich gegen den Terror vorgeht: Russland.

    Ob es sich dabei um einen "Alleingang" türkischen Regierung handelt, oder ob das Ganze in Absprache mit deren "partners in crime" von der NATO stattfand, sei mal dahingestellt.


    Die türkische Behauptung, man habe den russischen Jet fünf Minuten lang gewarnt (falls er denn den Luftraum überhaupt verletzt hat) bevor man geschossen habe, kann man jedenfalls, glaube ich, getrost als ziemlich dümmliches Märchen abtun. Denn sebst die von den Türken veröffentlichten Grafiken zur Luftraumverletzung behaupten nur einen Überflug der Strecke von 3km über türkischen Luftraum. Damit man da vor dem Abschuss fünf Minuten lang warnen konnte, müsste der Kampfjet also mit einem Tempo von gut 30 km/h gefolgen sein ;)
    Einmal abgesehen davon operiert die Türkei bekanntlich routinemässig illegal im syrischen Luftraum, was die Sache noch absurder macht.
     
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    Alexander, 24. 11. 2015
    Last edited by Alexander; at 24. 11. 2015
    #2
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  3. tapir

    tapir Parteilos

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    @Alexander : "Gefällt mir" :cool:

    Konsequenz: Türkei aus der NATO schmeissen. (Oder fast noch besser: NATO auflösen, ist eh nur noch ein USA-Hörigkeits-Verein!)
     
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  4. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Die USA haben sich inzwischen hinter die Türkei gestellt und haben verlauten lassen, dass das mit den 10 türkischen Warnungen stimme, sie hätten den Funk mitgehört. (Ob der Jet allerdings tatsächlich den Luftraum verletzt habe, wollte man zunächst noch nicht sagen.)

    Glaubwürdig ist das Ganze dadurch natürlich noch lange nicht. Selbst wenn die angeblichen Radargrafiken der Türken stimmen, befand sich die Su-24 während einer Strecke von lediglich 3km über türkischem Territorium. Das sind bei der Höchtgeschwindigkeit der Su-24 knapp 4 Sekunden. Und auch wenn das Flugzeug wesentlicher langsam geflogen ist, vielleicht bestenfalls 10, 20 Sekunden. Also mit Sicherheit nicht genug für die angeblichen 10 Warnungen. Und die türkische Behauptung von Wegen "fünf Minuten" ist wie oben bereits gesagt natürlich vollends lächerlich. In fünf Minuten schaffe ich diese Strecke mit dem Velo.

    Einmal ganz davon abgesehen wäre der Abschuss so oder so eine gänzlich unverhältnismässige Überreaktion auf diese (behauptete) minime Luftraumverletzung. Es war ja zu jedem Zeitpunkt klar, dass der russische Jet keinerlei Bedrohung für das türkische Territorium darstellte. Insofern bestehen keinerlei Zweifel daran, dass es sich hier um eine mörderische Provokation übelster Sorte handelt. Eventuell eine gezielte Massnahme seitens der Türkei und/oder der NATO, um die lauter werdenden Rufe nach einer militärischen Zusammenarbeit mit Russland im Anti-Terror-Kampf wieder ersticken zu können. Denn der Verdacht liegt ja nahe, dass der NATO äusserst wenig daran liegt, tatsächlich wirksame Massnahmen gegen die eigene Kreation "IS" zu entfalten. Bei der Türkei ist das ohnehin notorisch.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. 11. 2015
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    Alexander, 24. 11. 2015
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  5. razzar

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    Snowden hat ja mal erklärt, dass Abu Bakr al-Baghdadi mit Namen Elliot Simon ein israelischer Schauspieler war und bei Mossad in Spionage und psychologischer Kriegsführung ausgebildet wurde. Zudem gibts ein Foto, welches Ihn zusammen mit John McCain zeigt. Also der Verdacht ist schon ganz nah.
    Zudem wird Syrien von der EU sanktioniert, also will heissen geschwächt, um wohl dem IS leichter in die Hände fallen zu können.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. 11. 2015
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    razzar, 24. 11. 2015
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    #5
  6. brille

    brille

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    Erdogan hat bereits vor 14 Tagen Russland "freundlich" gewarnt. So gesehen hat Erdogan seine Warnung wahr gemacht.
     
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  7. Conchita M

    Conchita M Parteilos

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    Man sollte dem Flugzeugabschuss nicht mehr Bedeutung beimessen, als er hat.
    Der direkte Abschuss wurde nicht vom türkischen Generalstab und auch nicht von Washington angeordnet. Da gab es schlicht einen Befehl, eindringende Kampfflugzeuge umgehend abzuschießen. Da waren die Luftabwehrstreitkräfte vielleicht ein wenig voreilig, aber außer den Piloten und ihren Familien, sollten eigentlich alle Beteiligten zufrieden sein:

    - Die Türkei hat ihre Einsatzfähigkeit und ihren Einsatzwillen gezeigt.
    - Russland kann eine schöne Image- und Propagandaoffensive im In- und Ausland starten.
    - Die USA können sich freuen, weil Russland seine Grenzen aufgezeigt wurden, ohne dass man sich selbst hätte einmischen müssen.
    - Assad weiß, dass ihn seine Freunde im Kreml jetzt noch weniger im Stich lassen werden.
    - Die syrische Opposition hat einen Bomber weniger, der sie bekämpft und
    - der IS freut sich, dass sich seine Gegner (oder Mehr-Oder-Weniger-Gegner) gegenseitig in den Haaren liegen und kann eben noch ein paar mehr Lastwagen mit Öl über die Grenze schaffen und ein paar mehr yezidische Mädchen vergewaltigen und versklaven.

    Alles paletti, oder?

    Genauso läuft dieser ganze Konflikt - jeder Spieler verfolgt ausschließlich seine eigenen Interessen. Die einzigen, die dafür wirklich die Zeche zahlen, sind ein paar Kameltreiber ...

    So sehe ich das:

    Die Türkei will unbedingt die führende Macht der Region werden und vor allem alles dafür tun, dass niemals ein unabhängiger Kurdenstaat entsteht. Gegen die Nato-Partner und Israel kann man nichts tun, also muss man zusehen, dass wenigstens Russland seine Militärbasis in Syrien verliert, denn dann hat man die Schwarzmeerflotte an den Eiern. Dazu muss Assad weg. Also unterstützt man alle Kräfte, die gegen ihn kämpfen - außer natürlich den Kurden.
    Lupenreiner Imperialismus.

    Russland will trotz taumelnder Wirtschaft unbedingt wieder als zweite Supermacht akzeptiert werden und will weg vom Katzentisch, an den man es regelmäßig verbannt wenn es mal wieder in seinem Hinterhof "aufräumt". In Syrien liegt Russlands einziger Stützpunkt am Mittelmeer. Verliert man den, ist die russische Flotte kastriert. Ihn zu halten ist das wichtigste Ziel im ganzen Konflikt, Die Basis in Syrien gibt es allerdings nur im Paket mit Menschenfreund Assad. Also bekämpft man Assads Feinde, am besten die, die dem Westen am genehmsten sind, die sogenannte "syrische Opposition". Bei Gelegenheit kann man auch noch ein paar Kurdenmilizen bombardieren, um die Türkei freundlich zu stimmen, und zwei, drei Bomben "gegen den IS" in die Wüste werfen - das macht sich gut bei Russia Today.
    Lupenreiner Imperialismus.

    Die USA wollen eigentlich, dass der Krieg aufhört und der IS verschwindet, aber noch viel mehr wollen sie die Russen raus aus Syrien (Du sollst keine andere Supermacht neben mir haben) und nicht tausende von Leichensäcken von Syrien nach Hause schicken, also muss Assad weg und es dürfen nur ganz wenige Amerikaner sterben. Das heißt: Irgendjemand anderes muss die Drecksarbeit machen. Die Kurden haben kein Interesse daran, auf Damaskus zu marschieren, so bleiben als inländische Gegner nur noch die "Rebellen" und der "IS". Also unterstützt man die Rebellen und bekämpft den IS nur ein ganz bisschen (ein paar Bomben in die Wüste, das macht sich gut bei FOX) , so dass er sich nicht zu sehr verbreitet.
    Lupenreiner Imperialismus.

    Die Familie Assad weiß natürlich, dass ihre Tage gezählt sind, aber noch gibt es Einiges an Werten im Land, die man auf die Seychellen (die Schweiz der 10er-Jahre - Tochterfirmen Schweizer Finanzinstitute, die absolut gar nichts mit mit den Mutterhäusern zu tun haben, haben natürlich die meiste Erfahrung, wie man Geld spurlos transferieren kann) verschieben kann. Solange Herr Putin seine schützende Hand über sie hält und niemand sich ernsthaft die Finger im Land schmutzig machen will, kann man noch ein, zwei Jahre in Ruhe morden und plündern.
    Lupenreine Arschlöcher sui generis.

    Die "Rebellen" sind wahrscheinlich einfach nur Warlords, die auch gerne an die Fleischtöpfe der Macht wollen. Ihre einzigen wirklichen Gegner sind Assad und seine russischen Kumpels. IS, Kurden, Yeziden, Zivilbevölkerung - alle komplett egal.
    Lupenreine Arschlöcher - in dem Fall, unsere (des Westens) Arschlöcher.

    Der IS will sich in einem Territorium etablieren und hat auch ein Interesse daran, dass der Krieg insgesamt weitergeht. Solange sich andere untereinander bekämpfen, wird niemand eine Bodenoffensive gegen den IS starten und die Tanklastwagen und die Köpfe können munter weiter rollen. Je mehr Akteure, desto besser - jetzt ist auch noch Frankreich richtig dabei, Steine in der Wüste zu bombardieren.
    Lupenreine Arschlöcher - die, zu denen alle Pfui sagen, wenn sie in die Ecke pinkeln, aber bei denen niemand den Mut hat, sich eine blutige Nase zu holen.

    Die "Guten" gibt es in diesem Konflikt nicht - wie eigentlich bei fast allen Konflikten.

    Was bleibt uns zu tun?
    Wir können nur den Opfern helfen und hoffen, dass irgendjemand einen klugen Plan zum Interessenausgleich zwischen den beteiligten Mächten findet.

    conchita dixit
     
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