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SRF durch Steuern finanzieren

Dieses Thema im Forum "Medien und Schlagzeilen" wurde erstellt von Rolf, 9. 04. 2015.

SRF durch Steuern finanzieren 4 5 3votes
4/5, 3 Bewertungen

  1. Rolf

    Rolf Guest

    Neuer Benutzer
    Das "Schweizer Radio- und Fernsehen" (SRF) hat vom Bund einen Leistungsauftrag in allen vier Sprachregionen. Das typisch Schweizerische soll in allen Regionen erhalten und gestärkt werden, Minderheiten besonders – eine unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen der Demokratie.

    http://www.srgssr.ch/de/srg/rechtliche-grundlagen/aufsicht/

    Mich wundert nun, dass Rechtsnationale, die sonst immer vorgeben, die Schweiz zu lieben, diesem Auftrag den Boden entziehen möchten. Wollen sie damit Spannungen zwischen den Sprachregionen erzeugen und damit der Demokratie an den Kragen?

    Zugegeben: Die Bezahlung durch Gebühren ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Es handelt sich bei dieser Dienstleistung schliesslich um einen "Service public", der wie alle andern aus dem Steueraufkommen zu finanzieren wäre. In dieser Richtung müssten politische Vorstösse erfolgen, nicht gegen das SRF und seinen Auftrag.

    Was meinen Sie dazu?
     
  2. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Nun, das ist kein Wunder. Die Rechten kontrollieren ja (auch wenn sie ständig von den "linken Medien" faseln) mittlerweile einen erheblichen Teil der privaten Medienlandschaft in der Schweiz und verbreiten darüber ihre Propaganda. In vielen Kantonen gibts keine nicht-rechten Tageszeitungen mehr, d.h. jeder der dort an regionale und lokale Informationen kommen will, muss diese quasi zwangsweise in durch rechte Redaktionen verzerrter Form beziehen.
    Radio und Fernsehen bieten hier eine weniger verzerrte Alternative, da dort die grossen Player öffentlich finanziert sind. Wenig überraschend, dass die Rechten auch dort zuschlagen wollen, um ihr Medienmonopol zu komplettieren.
     
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  3. abc def

    abc def

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    Die Frage ist, welche "Rechtsnationalen" du damit meinst. Zumindest im Parteiprogramm der SVP ist die vollständige Abschaffung der SRG oder des medialen Service Public absolut kein Thema - im Gegenteil, die SVP fordert sogar eine Rückkehr/Rückbesinnung der SRG auf ihren eigentlichen Auftrag.
    Für den Zusammenhalt der Schweiz und der Sprachregionen ist es nämlich nicht nötig, mit einer stetig steigenden Zahl von Spartensendern dem privaten Mediensektor (der ohnehin wirtschaftlich unter Druck steht) das Wasser noch mehr abzugraben. Insbesondere weil die Sendezeit dann eh zu 90-95% mit amerikanischen Produktionen oder "Schweizer" Kopien von ausländischen Trash-Formaten gefüllt werden muss...
    Teilweise öffentlich finanziert. Tatsächlich schöpft die grössenwahnsinnige SRG zur Finanzierung ihres Programm-Überangebots (das nichts mit Service Public zu tun hat) aber auch noch einen Grossteil des privaten Werbekuchens ab, was eben auch zum Niedergang der regionalen Medienvielfalt beiträgt.
     
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  4. tapir

    tapir Parteilos

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    Meine Meinung zu diesem Thema ist klar: Nur Diktaturen à la Nordkorea und Kuba brauchen ein Staatsfernsehen. (Und vielleicht einige EU-Staaten. Aber die gehen tendenziell ohnehin in diese Richtung...)

    Persönlich schaue ich fast nie TV - und schon gar kein SRF. Mein Kabel-Anschluss ist plombiert. Höchstens ab und zu eine Arena-Sendung verfolge ich; als Polit-Sendung ist mir der Talk Täglich bzw. der Sonntalk sowieso tausend Mal sympathischer.

    Alt BR Leuenberger (ein Sozi, für die, die sich nicht erinnern) hat noch verstanden, dass Menschen wie ich, die vom "Service Public" nicht beglückt werden möchten, auch nicht für diesen "Service Public" bezahlen müssen.
    Die diktatorisch-etatistische Geldverschwenderin Doris Leuthard hingegen sieht das nicht mehr so: Auf "Druck" der SRF (SRG? Idee Suisse? WTF?) hat sie nun die Mediensteuer (nota bene eingetrieben durch die Billag [auf "Druck" von Urs Schaeppi?]) veranlasst.
    Das mutige und richtige Referendum zu dieser abermaligen Staatsquoten-Erhöhung wird leider scheitern. Ich werde also künftig 400 Franken pro Jahr an einen "Service" bezahlen, der mich einen feuchten Dreck interessiert. Weil er schlecht ist. Unausgewogen. Seicht. Dümmlich.

    Tja. Deswegen müssen wir "Gegner" dieses "Service Public" künftig woanders ansetzen - nämlich an den Gebühren und damit am Kern dieses Krebsgewürs namens SRG-SRF-Ideé-Suisse. Die Idee: Der Leutschenbach und seine 1000 Sub-Sender sollen nicht mehr als 200 Franken pro Person und Jahr mehr eintreiben können. Zudem sollen die Abgaben fairer unter den Sendern verteilt werden. Für die SRG würde ich einen Rückgang des Umsatzes auf unter 500 Mio./Jahr begrüssen (Aktuell sind es 1.3 Mia.)

    Ich hoffe hier auf Natalie Rickli - und ja, ich weiss, dass sie für Goldbach arbeitet. So what? Die Hälfte des SRF-Gremiums sind SP'ler...

    Übrigens: Was die Integrationsleistung des SRF angeht: Vergesst es. Wann seht ihr je einen Beitrag aus der Romandie? Wann werden französischsprachige Voten nicht übersprochen (anstatt untertitelt)?
    Das mit der Integration ist ein Feigenblatt, weil im RTVG (Leistungsauftrag) etwas davon gefaselt wird. Wie ein Fernsehen über mehrere Sprachregionen aussehen kann, veranschaulicht ARTE: Ein bisschen elitär, ein bisschen umständlich, dafür aber nicht ein derart durchgehender Müll wie das SRF (obwohl natürlich auch stark links-etatistisch geprägt).
     
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  5. Rolf

    Rolf Guest

    Neuer Benutzer
    Sie sind also ein Schwarzseher, Herr Tapir. Hoffentlich werden Sie bald gebüsst.
     
  6. Rico

    Rico FDP

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    Wenn Du Beiträge aus der Romandie sehen willst, schalt doch einfach auf das erste oder zweite Programm von TSR. Voilà. Wo ist das Problem?
     
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  7. tapir

    tapir Parteilos

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    Welchen Teil von "mein Kabelanschluss ist plombiert" soll ich für Sie nochmals genauer erläutern, werter Herr Rolf? :)
    Tatsache ist, dass man heute von der Billag-Fernseh-Gebühr befreit ist, wenn man nicht über ein Empfangsgerät oder ein Bezahl-Abo eines Internet-Dienstes à la Wilmaa oder Zattoo verfügt.
    Diese Bedingungen erfülle ich - und ich hintertreibe die Regelung auch nicht. Also nix da mit Büssen.

    Zudem bedeutet die heutige Regelung, dass der User noch halbwegs fair anhand seiner Komsumgewohnheiten fakturiert wird. Halbwegs, denn SRF-Radio höre ich ebenfalls nie - bezahle aber aufgrund der Regeln die Gebühren.

    Das Problem ist, dass das niemand tut. Die Quoten des Westschweizer Fernsehens sind in der Deutschschweiz schlicht unterirdisch. Umgekehrt übrigens auch. Wenn das CH-Fernsehen also den im RTVG verankerten Integrationsauftrag wahrnehmen würde, hiesse das, dass die jeweiligen Anstalten Infos, Köpfe und Diskurse aus den anderen Landesteilen aufnehmen und präsentieren würde, etwa im Sinn einer "vue croisée". So, wie es heute ist, wird Integration nicht gefördert. Vielleicht sogar torpediert, denn die Empfangsmöglichkeit von zum Beispiel türkischen oder albanischen Fernehsendern sind ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Möglichkeit zur Bildung von Parallelgesellschaften, da die Immigranten einen tieferen Anreiz haben, sich am hiesigen Diskurs zu beiteiligen (in einer Landessprache).
     
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