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Mauscheleien in der Provinz!

Dieses Thema im Forum "Regional- und Landwirtschaftspolitik" wurde erstellt von streifentier, 25. 11. 2010.

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  1. streifentier

    streifentier svp

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    In unserem beschaulichen Dorf spielt sich gerade eine unschöne Posse ab. Ein paar geldgierige Bauernsprösslinge wollen das geerbte Tafelsilber liquidieren und es soll ein Golfplatz her. Mitten in der Wohnzone. Das Projekt stinkt zum Himmel. Gleich mehrere kantonale und nationale Gesetze werden missachtet. Lügen sind integraler Teil des Abstimmungskampfs.

    Hier ein die wichtigsten Argumente aus dem Gegenkomitee:

    • Die Golfsporttätigkeit bringt der Gemeinde Meggen, dem Megger Oberland und den Anwohnern der Kreuzbuchstrasse grossen zusätzlichen Mehrverkehr mit entsprechenden Lärmimmissionen. Dies besonders an Wochenenden, Feiertagen und in Ferienzeiten.
    • Im Umkreis einer halben Autostunde gibt es bereits seit längerer Zeit mehrere Golfplätze. Es findet ein Verdrängungskampf statt, der die von den Initianten geforderte Wirtschaftlichkeit einer 9-Lochanlage in Meggen sehr in Frage stellt!
    • Aus diesem Grunde wird für das Golfprojekt gefordert, dass ein Golfhotel explizit mit Übernachtungsmöglichkeiten realisiert werden muss! In einer Sport- und Freizeitzone ist ein Hotel nicht zonenkonform.
    • Das für den Golfplatz vorgesehene Gebiet von 27 ha überlagert das seit Jahren von Bund und Kanton im Richtplan als Fruchfolgefläche eingeteilte Landwirtschaftsgebiet. Aus diesem Grunde kann bei einer allfälligen Ablehnung des Golfplatz-Projektes, dieses Gebiet gar nicht in eine Bauzone überführt werden. Der Grüngürtel bleibt deshalb auf lange Zeit erhalten.
    • Wo soll denn unsere Nahrung angebaut werden, wenn nicht hier? In den Bergen oder im Ausland? Je weniger Landwirtschaft es in der Schweiz hat, umso mehr Nahrungsmittel müssen auf unökologische Art importiert werden.
    • Wenn Golfplätze ökologisch so wertvoll sind, wie man uns weismachen will, weshalb brauchen sie dann Öko-Ausgleichsflächen?
    • Die von den Initianten in Werbespots umschriebenen weiteren Tätigkeiten, wie Biker, Reiter, Jogger, Spaziergänger sind wahrscheinlich auf einer Golfanlage nicht verträglich. Es stellt sich die Frage, ob es sich bei der Aufzählung der erwähnten Tätigkeiten vielleicht nur um einen verfänglichen Werbespot handelt?
    • Eine Beleuchtung während der Nacht ist eine Zumutung für die AnwohnerInnen.
    • Ein Golfplatz an bevorzugter Lage ist oft ein Türöffner für eine Bauzone. Das Hotel kann nach Aufhebung des Golfplatzes weiterhin verwendet werden und Mehrverkehr verursachen.
    • Der Ersatzbau für den bestehenden Kiser-Hof ist nicht rechtmässig. Die Umzonung für dieses Mehrfamilienhaus hätte bereits bei der Zonenplanrevision berücksichtigt werden müssen. Ein richtiger Kuhhandel ist das!

    Was das Lärmproblem an der Kreuzbuchstrasse betrifft, steht fest, dass laut kantonalem Lärmkataster im Gebiet Hochrüti basierend auf Verkehrserhebungen von 1994(!) mit 73.5 dB bereits beträchtliche Überschreitungen des Immissions-Grenzwertes bestanden und noch bestehen. Selbst wenn der Mehrverkehr nur 5% betragen sollte, was allerdings bezweifeln ist, so ist das nicht mehr akzeptierbar. Nicht allein der Durchschnitt ist massgebend, sondern die Spitzenfrequenzen an Wochenenden und abends.

    Pitch&Put-Anlagen, Driving Ranges und sogenannte Pay&Play-Anlagen werden erwiesenermassen vor allem über das Wochenende und am Feierabend stark frequentiert. Wie das aussieht, kann man an den Verhältnissen beim Migros-Golfplatz Holzhäusern erkennen: Der Parkplatz dort ist vor allem bei schönem Wetter und an den Wochenenden völlig überfüllt.

    Die Initianten „vergessen“ auch immer wieder den durch die massiven Geländeverschiebungen (schöne Hügellandschaft) bedingten Baustellenverkehr mit zahllosen 40-Tonnen Lastwagen, Baggern, Maschinen, usw. während der langen Bauzeit. (Diese schwindeln von lächerlichen drei Monaten) Das Verkehrskonzept von 1998 gibt dem Gemeinderat den Auftrag, die Adligenswiler- und Kreuzbuchstrasse bezüglich Verkehr zu beruhigen. Jetzt unterstützt der Gemeinderat den Golfplatz in Meggen. Es handelt also gegen den Auftrag des Stimmbürgers. Anstatt zu beruhigen, wird Mehrverkehr in Kauf genommen. Mehrverkehr noch einfacher und schneller über den Autobahnanschluss Rontal. Mehrverkehr NICHT aus Meggen, sondern fast ausschliesslich aus anderen Gemeinden und Kantonen.

    Selbst die Golf-Initianten gestehen in ihrer aufwendigen Werbebroschüre ein, das mit bis zu 280 Fahrten pro Tag zu rechnen ist. Mit den Rückfahrten also 560 zusätzliche Fahrten pro Tag durch die dichtbesiedelten Wohngebiete! Und besonders belastend an Abenden und in den bisher ruhigen Wochenenden. Hinzu kommt nun noch ein völlig überdimensioniertes Golfhaus und Hotel mit Restaurant (offiziell immer nur als „Restaurant“ bezeichnet). Feststimmung, Lärm und Autoverkehr bis zur Polizeistunde sind vorprogrammiert.

    Das Ziel der Initianten ist klar: Auswärtiger Mehrverkehr spielt ihnen keine Rolle, denn jeder will mit seinem Land und Investment den grösstmöglichen Profit erwirtschaften. Die Zeche jedoch zahlen Tausende von Megger Bürgern, die vom Golfplatz nichts, rein gar nichts haben!

    Von der Initianten-Werbung beeinflusst, „träumen“ nun anscheinend einige Leserbriefschreiber von Spaziergängen in einem attraktiven Naherholungsgebiet, das doch schon lange bestand und weiter bestehen wird, auch ohne Golfplatz. Auf 9-Lochplätzen spielen wenige Könner, aber viele Anfänger. Deren steinharte Golfbälle fliegen meist NICHT dorthin, wo sie sollen, sondern wohin sie wollen. Und das mit Geschwindigkeiten von weit über 200 km/h. Wer möchte sich denn wirklich als Nicht-Golfer der Gefahr schwerster Verletzungen aussetzen?

    Ausserdem scheint der gekaufte Gemeinderat nicht begriffen zu haben, dass die meisten Reichen einfach nur ihre Ruhe haben wollen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 6. 04. 2014
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