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Lieber mehr Strom als mehr Abhängigkeit mit Restrisiken

Dieses Thema im Forum "Atompolitik" wurde erstellt von Faktenbringer, 16. 03. 2011.

Lieber mehr Strom als mehr Abhängigkeit mit Restrisiken 4.3 5 4votes
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  1. Faktenbringer

    Faktenbringer

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    Wenn möglichst schnell mehr Strom im Netz sein soll, sind neue, teure, ausländische AKWs keine Option, da deren Bau schlicht viel zu lange dauert. Ein neues AKW ist frühestens in 14 Jahren am Netz. Erneuerbare Optionen und Effizienzmassnahmen mit Schweizer Arbeitsplätzen, welche unsere Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern reduzieren, sind erwiesenermassen viel schneller gebaut.

    Alleine die Fläche die in der Schweiz in einem Jahr neu verbaut wird, reicht für die Abdeckung von 7% des Schweizer Stromverbrauchs mit Schweizer Photovoltaik mit Schweizer Arbeitsplätzen: http://bit.ly/hqBNuI 7% jedes Jahr!

    Portugal hat seinen erneuerbaren Stromanteil in nur 5 Jahren und nicht in 14 Jahren von 2% auf 15% ausgebaut: http://bit.ly/gAWSmL

    Österreich ist ebenfalls ein Alpenland und im Gegensatz zur Schweiz versorgt bereits heute und nicht in 14 Jahren über 570'000 Haushalte mit unlimitiertem Windstrom. http://www.igwindkraft.at/
    Österreich ohne AKWs zahlt wegen seiner Mitgliedschaft bei der Euratom übrigens jährlich €40 Millionen für die Europäische Atomindustrie, während es gleichzeitig seine eigene Windkraft mit lediglich €24 Millionen fördert: http://bit.ly/b4pN2G

    Die Deutsche Windindustrie schaffte nicht nur 100'000 zukunftsfeste Arbeitsplätze und exportiert über 80% seiner Windturbinen mit Profit (im Gegensatz zur staatlichen, Französischen Atomindustrie), zahlt Steuern und reduziert seine Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern, sondern macht den Strom tatsächlich billiger: http://bit.ly/eHAXt5

    Im nördlichen Deutschland ohne Höhensonne wurde in einem einzigen Monat 2.13 GW Photovoltaik zugebaut:
    http://bit.ly/bejSPI Das entspricht der über fünffachen Leistung des AKW Mühlebergs. Nicht in 14 Jahren, sondern in einem einzigen Monat! Bayern mit mehr Strombedarf und weniger Sonne als die Schweiz hat übrigens bereits heute und nicht in 14 Jahren mehr Photovoltaikstrom-Anteil als die Schweiz Mühlebergstrom-Anteil hat.
    Die Deutsche Photovoltaikindustrie schaffte nicht nur 50'000 zukunftsfeste Arbeitsplätze, sondern zahlt tatsächlich mehr Steuern, als was Einspeisevergütungen für Deutschen Solarstrom bezahlt werden: http://bit.ly/e6zMeL
    Ausserdem hat Photovoltaik den Vorteil, dass deren Strom am Tag die Speicherkraftwerke und die Netze lokal entlastet und während der Nacht nicht mit Verlust die Berge hinauf gepumpt werden muss und natürlich kein ausländisches Uran benötigt und keine teuren Endlager benötigt und keine hohen Rückbaukosten aufweist und selbstverständlich keine Restrisiken birgt.

    Ein neues, ausländisches AKW kostet gemäss Areva inzwischen über 12 Milliarden Franken: http://bit.ly/JvyQ1
    Mit 12 Milliarden Franken lassen sich Schweizer Photovoltaik Module mit Schweizer Arbeitsplätzen und einer Leistung von knapp 19 GW finanzieren (Mühleberg hat eine Leistung von weniger als 0.4 GW). http://bit.ly/9AJKIh
    Weil neuer Atomstrom zu teuer ist, wurde 2009 in einem einzigen Jahr 80 GW (200 mal AKW Mühleberg) erneuerbare Leistung installiert, während die weltweit installierte AKW-Leistung sogar abgenommen hat: http://bit.ly/cF5ezk
    Kein Wunder sind neue US AKWs auf satte $54 Milliarden Staatskredite angewiesen: http://bit.ly/de4a0v Kein Wunder werden die US Stromkonsumenten zudem gezwungen einen Aufpreis zu zahlen um neue AKWs finanzieren zu können: http://bit.ly/9H16Ok
    Kein Wunder müssen die Schweizer Strompreise verdoppelt werden, um neue ausländische AKWs finanzieren zu können: http://bit.ly/gZzBwb

    Obwohl China Atomenergie enorm subventioniert, kann die Chinesische AKW-Zubaurate nicht einmal den ungeförderten Chinesischen Solarthermie-Zubau mit 29 GWth (2009) erreichen: http://bit.ly/fndUjs (Das Duschwasser auf dem Dach zu erwärmen ist günstiger und schneller als mit atombetriebenen Elektroboilern.)
    Selbst die Rückbaukosten von alten AKWs sind mit rund $1 pro Watt inzwischen noch teurer als die Produktionskosten von Photovoltaik-Dünnschichtmodulen: http://bit.ly/d0tVun
    Auch die Endlagerkosten für nukleare Abfälle liegen bei $1 pro Watt: http://bit.ly/bEwqGf Und in Grossbritannien noch höher: http://bbc.in/emQFnY

    Die Schweiz verfügt dank ihren Speicherkraftwerken mit 8765 GWh (BFE) über mehr als genügend Speicherkapazität und Regelleistung um erneuerbare Stromproduktionsflauten überbrücken zu können. Tatsächlich kann Spanien dank Windenergie seine gespeicherten Wasserreserven in Dürreperioden schonen: http://reut.rs/aeoAwH

    Momentan importiert die Schweiz nicht nur 100% Öl, 100% Gas und 100% Uran sondern auch 90% seines eigenen Stromverbrauchs (und exportiert etwas über 90%). Es ist sinnvoll wenn wenigstens ein Teil des importierten Stroms aus unlimitierten Europäischen Windstrom besteht. Bis 2030 rechnet die EU übrigens mit 280 GW Windleistung im Europäischem Netz: http://bit.ly/dg7ab5 Mit Europäischem Offshore Wind alleine kann übrigens 7mal mehr Strom produziert werden, als was ganz Europa überhaupt an Strom verbraucht: http://slidesha.re/5cJ2n9
    Schweizer Stromkonzerne investieren leider aber lieber unbekümmert in neue, ausländische Kohlekraftwerke anstatt in Offshore Windfarmen: http://bit.ly/98u67L , http://bit.ly/d1ghSI

    Apropos 100% Uranimport: Die bestehenden ausländischen Uranminen können nicht einmal 70% des Welturanbedarfs decken:http://arxiv.org/abs/0908.0627] http://arxiv.org/abs/0908.0627[/url] Und das obwohl Atomenergie weniger als 3% des Weltenergiebedarfs deckt (2600 TWh Atomstrom vs. 107'000 TWh Weltenergiebedarf): http://bit.ly/hc24V2

    Wenn die monopolistischen Stromkonzerne ihre selbst prophezeite Stromlücke ernst nehmen würden, würde sie alles daran setzen, dass die lächerliche Beschränkung von 0.45 Rappen pro kWh für bzw. gegen erneuerbaren Strom mit zukunftsfesten Schweizer Arbeitsplätzen sofort aufgehoben würde. Leider aber verdoppeln sie lieber den Strompreis um neuen ausländische AKWs finanzieren und ihr Monopol ausbauen zu können: http://bit.ly/bHRi2b

    Mühleberg und Beznau I&II liefern lediglich 14% des Schweizer Strombedarfs: Auch ohne die 3 alten Atommeiler wird die Schweiz immer noch eine 26% ausländische Uranabhängigkeit im Stromsektor ausweisen, worüber sich die Atomliebhaber weiterhin freuen können.
    Und selbst wenn in der Schweiz der Ausbau von erneuerbaren Energien und Effizienz zur Freude der Stromlobby wie bis an hin weiterhin verhindert werden: Es gibt auch noch günstigere, flexiblere, schnell gebaute Blockheizkraftwerke und die können zusammen mit Wärmepumpen den Brennstoffkonsum und die CO2 Emissionen der Schweiz bereits bis 2020 um 20% senken (und nicht erst in 14 Jahren): http://bit.ly/cfwsGk

    Die Schweiz produziert keine Reaktoren, verfügt über keine Uranminen, keine Anreicherungsanlagen und keine Wiederaufbereitungsanlagen. Atomenergie verliert Marktanteile - trotz jahrzehntelanger staatlicher Milliardenförderung - während erneuerbare Energie weltweit ausgebaut wird. Neue, teure, ausländische AKWs verschlechtern unsere Wettbewerbsfähigkeit und erhöhen unsere Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern mit Restrisiken unnötig. http://bit.ly/cwMnGR
     
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  2. Zocker

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    Hier noch ein Beitrag aus der FAZ.

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    Warum kann Deutschland weiter denken und den Weg zu dezentralen Stromversorgungen diskutieren? Warum will man uns in der Schweiz immer noch weiss machen, dass der Atomausstieg nicht innerhalb von 10 Jahren machbar sei.

    Wenige Leute wollen ihre Milliardengewinne sichern. Das ist das Problem!
     
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  3. razzar

    razzar

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    Das ist es schon länger. Und jetzt gegen Ende macht es die Menschheit weltweit nur noch sauer anstatt, wie so oft von der Politik zum weiter machen wie bisher vorgelogen, irgendwas Gutes. Irgendwie hat das nichts mit
    zu tun. Und die Menschheit ist nicht damit einverstanden. Das merkt man.
     
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  4. Guest

    Guest Guest

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    Das sind für die, die du zu überzeugen versuchst viel zu viele Fakten auf einmal, als dass sie diese auch nur erfassen könnten, geschweige den ganzen Text ohne Pause zu lesen - du globi... ;)
     
  5. razzar

    razzar

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    Ach ja genau, tschuldigung. Bei denen hört das Voc ja bei
    wie Geld auf :).
     
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  6. Zocker

    Zocker

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    Auf den nicht vorhandenen IQ der Dummbrüller können wir keine Rücksicht nehmen. Ich denke nicht, dass wir hier auf das Niveua eines SVP-Forums absinken wollen.
     
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  7. Marco_

    Marco_

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    Das ist auf jeden Fall ein gutes Argument, dass die Bauphase viel zu lang ist und somit auch kostenintensiv.

    Das sagt noch gar nichts. Die Verbauung der Fläche hat primär mit dem Bevölkerungswachstum zu tun infolge Einwanderung. Und diese Einwanderung fordert naturgemäß mehr Strom.

    In Portugal scheint die Sonne mehr und der Standort wurde vorallem wegen Subventionen der EU benutzt von europäischen Grosskonzernen. Dies ist also kein Gradmesser für uns.

    Alles richtig. Jedoch verschweigst du, dass Österreich Atomstrom von gefährlichen AKW's aus der Slowakei, Tschechien und Ungarn importiert und ziemlich viel Strom produziert mit Gas, welches die CO2 Bilanz massiv verschlechtert und Gasimporte von Russland und dem Iran zulässt. Alles ein bisschen Schein und nach dem St. Florian Prinzip.

    Deutschland hat auch 23 % Atomstrom und relativ viel Kohle mit CO2. Dazu kommt natürlich, dass Deutschland punkto Wind im Norden günstige Bedingungen hat. Für die Schweiz wäre der Windstromanteil im Prinzip ein Mückenschiss und somit lediglich eine winzige Ergänzung.

    ist de facto praktisch Pleite wie im Übrigen die Schweizerische. Das Zeug wird einfach in China produziert und braucht bei der Produktion ebenfalls viel CO2.

    Logisch. Weil die Offshore Windfarmen viel weniger rentieren als die Kohlekraftwerke.

    Uran ist beschränkt und somit ist ja jedem klar, dass Atomstrom nur noch eine Brückentechnologie sein kann. Tatsache ist aber, dass wir weltweit immer noch 500 AKW's haben und die Dichte in Industrieländern ist besonders hoch. Die 3 % sind global gesehen und demzufolge nicht aussagekräftig auf die Schweiz.

    Also deine Fakten halten sich m.E. in Grenzen und sind eindeutig zu oberflächlich. Das Problem liegt viel tiefer und ein Konzept ist Lichtjahre entfernt. Ich gehe davon aus, dass es eine Übergangsfrist von mindestens 15 - 20Jahren braucht, bis wir keine Kernenergie mehr brauchen.
     
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