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Kampf um Schloss St. Andreas

Dieses Thema im Forum "Regional- und Landwirtschaftspolitik" wurde erstellt von Janic, 1. 12. 2007.

Kampf um Schloss St. Andreas 4.5 5 4votes
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  1. Janic

    Janic

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    Cham
    In der Gemeinde Cham ( Kt. Zug ) kommt es am 9.12 zur gemeindlichen Urnenabstimmung über das Schloss St. Andreas und seinen Bebauungsplan. Das Schloss liegt direkt am See und ist im Besitz der Familie Pacher, welche 2 Mal im Jahr die Tore für die Chamer Bevölkerung öffnet. Da das Schloss und seine Wartungsarbeiten einiges an Geld kostet, möchte die Familie Pacher nun mehrere Gebäude mit Wohnungen errichten, die sie danach vermieten könnten.
    Schloss St. Andreas würde dabei würde dabei bewohnbar gemacht werden und es würde einige Änderungen an Graben und Wall geben. Die Familie Pacher könnte mit dem Geld aus den Mieten die Wartungskosten abdecken.

    Der Gemeinderat aus Cham hat den Bebauungsplan bereits gut geheissen. Wenn wunderts auch. In diesen Wohnungen werden wohl kaum Leute aus der unteren oder mittleren Schicht einziehen und man könnte die Nachbargemeinde Hünenberg mit Anzahl an wohlhabenden Leuten etwas näher kommen.

    Ein Problem ist aber, dass Schloss St. Andreas direkt über des Hirsgarten steht. Im Hirsgarten finden oft Feste statt und es würde wohl bald wegen des Lärms reklamiert werden. Es heisst zwar im Moment, dass niemand reklamieren werde, aber das glaube ich eher weniger.

    Ein weiteres Problem ist derzeit, dass Chamer Einwohner nur 2 Mal im Jahr den Schlosspark besuchen dürfen und laut Gesetz müsste das ganze Ufer der Bevölkerung jederzeit zugänglich sein.

    Beim Kampf um Schloss St. Andreas kam es in letzter Zeit leider auch zu Kommentaren etwas unter der Gürtellinie.

    Hier habe ich euch die wichtigsten Pro und Kontra Argumente zum Bebauungsplan:


    Pro:
    -Man würde St. Andreas bewahren ohne auch nur einen Rappen Steuergeld zu bezahlen
    -Cham würde an Attraktivität gewinnen
    -Cham würde neue Steuerzahler gewinnen
    -Archäologische Grabungen sind "gesichert"

    Link: http://www.pro-sanktandreas.ch/index.php?id=2


    Kontra:
    - Bis heute konnten im Hirsgarten Feste durchgeführt werden. Wie dies in Zukunft aussieht ist eher ungewiss.
    -Der Bebauungsplan berücksichtigt eher private Interessen
    -Kulturelles Erbe wird zerstört
    -Neubauten würden zu stark über See und und Hirsgarten dominieren

    Link: http://www.st-andreas-nein.ch/


    Genaue Bilder zum Bebauungsplan konnte ich leider nicht finden.

    Meine Meinung: Ich bin gegen den Bebauungsplan, da St. Andreas etwas spezielles für uns ist und ein Ja in meinen Augen nur den Besitzern des Schlosses etwas bringen würde. Ich verzichte gerne auf Steuergelder und behalte lieber das alte Schloss. Bei einem Nein müsste die Gemeinde aber wahrscheinlich auch die Konsequenzen tragen und danach selbst für das Schloss aufkommen. Mir gefielt zudem die Architäktur überhaupt nicht. Viel zu modern für ein Schloss und die Neubauten würden über die Festwiese im Hirsgarten stark dominieren.

    Was meint ihr? Muss alles ohne Achtung auf kulturelles Erbe verbaut werden?
     
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  2. dunkelziffer

    dunkelziffer

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    AW: Kampf um Schloss St. Andreas

    Ganz klar Pro. Ich kenne den Lorzensaal in Cham, der ist genug gross, um Feste zu feiern. Die Ausgrabungen sind einfach zu wichtig.
     
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  3. Janic

    Janic

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    AW: Kampf um Schloss St. Andreas

    Es geht nicht um den Lorzensaal, sondern um den Hirsgartenpark und den Villettenpark. Im Hirsgarten werden auch einige Sportfeste abgehalten und ein Fussballspiel braucht nunmal Platz ;)

    Die Gemeinde meint zwar, dass die Leute den Lärm dann akzeptieren müssten, aber würden sie das über Jahrzente tun?

    Was meinst du mit den Ausgrabungen? Ausgrabungen sind noch für 2008 VORGESEHEN. Werden sie aber nicht durchgeführt wird einfach überbauen und viele archäologisch Fundstücke könntenfür immer verloren gehen. Auf der anderen Seite sollte man sich fragen, warum die erst jetzt auf de Idee mit den Ausgrabungen kommen...
     
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  4. Janic

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    AW: Kampf um Schloss St. Andreas

    Die Gemeinde Cham sagte am 9.12.07 klar nein zum Bebauungsprojekt.

    Nein: 3 030
    Ja: 1 849
    Stimmbeteiligung: 53,88 %
    Ungültig: 2

    Der Gemeinderat meinte bereits, dass wir in diesem Falle ein kleineres Projekt durchführen könnten. Was nun auf uns zukommt ist noch offen. Das war das Problem bei einem nein.
     
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  5. dunkelziffer

    dunkelziffer

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    AW: Kampf um Schloss St. Andreas

    Schade, dass Sparen immer noch über archäologische Schätze gestellt wird. :(
     
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  6. Andreas

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    AW: Kampf um Schloss St. Andreas

    Sehr interessant, dieses Thema.

    Es geht hier um zwei grundlegende Haltungen;

    Die eine meint, der Historische Hintergrund einer Baute sei Grundlage für eine dynamische Zukunft.

    Die andere verstehet die Geschichte bei Bauten als gesetz, das alles bestimmt.

    Die Wirklichkeit liegt dazwischen;

    Schlösser sind historische Bauten, die nicht nur einen Ästetischen, sondern auch einen ideellen Wert bedeuten. Sie gehöhren in Gedanken der Öffentlichkeit, in Korpora allerding einer privaten Besitzerin. Ob diese nun wirklich privat ist, oder eben eine Öffentliche Institution verkörpert ist irrelevant!

    Ein solches Schloss soll auch in der Zukunft erhalten bleiben, und es fragt sich, welche Strategie diesen Erhalt am ehesten gewährleistet.

    Es soll aber auch in seinem Wert erhalten bleiben! Auch hier sind geeignete, über jahrzehnte sich bewährende Konzepte gefragt.

    Wohnungen, die einer modernen Gesellschaft gerecht werden, sind wohl in diesen Gebäuden eher problematisch. Auch das "schrittweise" zubauen der Aussenanlage ist für ein Schloss nicht gerade überlebensfördernd.

    Hier geht es meiner Meinung nach nicht um den EErhalt der Schlossanlage, sondern viel mehr um die profitable Nutzung. Mit ethischen Argumente wird versucht, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass auch in der Nutzung als private Wohnungen der Erhalt garantiert werden kann. Kein Wort davon, was alles zerstöhrt werden muss, und keine Abwägung, wann die Zerstöhrungen wohl den Erhaltungswert minimiert und somit der Abbruch programmiert ist!

    Nein, das sollte man unterstützen. Und wer nicht überzzeugt ist, der gehe in die Altstadt von Bern und betrachte die toten Fassaden, hinter denen grosse, neu erstellte, überdimmensionale Einkaufszentren verborgen sind. Bern ist, wenigstens teilweise, zum Potkimschen Dorf degeneriert. Und das, hat nichts mehr mit Heimatschutz zu tun!

    Noch eine Argument; mann überlege sich, wie eine in Wohnungen umgebaute Schlossanlage in 50 Jahren saniert werden soll.
     
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  7. dunkelziffer

    dunkelziffer

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    AW: Kampf um Schloss St. Andreas

    Ja, aber der andere Aspekt ist: Wer sollte noch diese Schlösser besuchen, wenn es alle Naselang eines hat? Dann machen doch die meisten Schlösser einfach ein Minus. Nein, Schlösser waren mal voller Leben und das sollten sie auch wieder werden, ob als Festsaal, als Villa, als Museum oder sonstwas. Es braucht von Schloss zu Schloss individuelle Lösungen.
     
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