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Förderung des Wohneigentums

Dieses Thema im Forum "Sozial- und Familienpolitik" wurde erstellt von Beat, 15. 01. 2007.

Förderung des Wohneigentums 4.8 5 5votes
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  1. Beat

    Beat Parteilos

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    Wir Schweizer sind ein Volk von Mietern.

    Es ist paradox, wir gehören zu den reichsten Weltbewohnern, haben weit und breit die niedrigsten Hypothekarzinsen (ausser Japan) und haben aber den niedrigsten Anteil eigenen Wohnraum, gerade eben etwa 35%.
    Es geht die weitverbretete volkstümliche Meinung um, die Häuser gehörten sowiso nicht den Eigentümern, sondern der Bank, wegen der üblichen, grossen Verschuldung.

    Nun, das ist emotional, aber juristisch und finanziell falsch. Man rechne einmal, vieviel ein Mieter an Geld sein Leben lang an den Hausbesitzer auf nimmerwiedersehen zahlt. Da wäre manch einer bald mal Milionär.
    Es braucht nur ein Umdenken: Statt eine Wohnung zu mieten, miete Geld (Hypothek). Was ist der Unterschied?
    Während der Mietzins laufend an die Teuerung angepasst wird, bleibt der Hypothekarzins (bei stabilen Zinsen) gleich. Hat man anfangs ein straffes Budget gemacht, un einen Wohnraum zu erstehen, so erleichtert sich die Finanzlage schon nach ein paar Jahren, wenn das Einkommen inzwischen der Teuerung entsprechend gestiegen ist.

    Weiterere Vorteile:

    • Die Immobilienwertsteigerung kommt voll dem Eigentümer zugute, nicht der Bank oder dem Vermieter. So kann z.B. die Bank die 2. Hypothek in die erste umwandeln, weil dank der Wertsteigerung zusätzliche Sicherheit gegeben ist. Dies hat eine Reduktion der Hypozinsen zur Folge.

    • Steuererleichterung: der Hypozins sowie die Unterhaltskosten können vom Einkommen abgezogen werden, dadurch weniger Steuern. Zwar wird andererseits der Eigenmietwert zum Einkommen dazugezählt, aber bei intelligenter Planung ist dieser kleiner als der Hypozins. Erfolgt eine Zinserhöhung durch die Bank, wird der zusätzliche Zins wiederum vom Einkommen abgezogen und hat Steuerreduktion zur Folge. Da dieser Abzug vom höchsten Tarif abgeht, ist sie beträchtlich. Der Mieter kann Mietzinserhöhungen nirgens abziehen.

    • Du bist in deinen eigenen vier Wänden, niemand kann dich auf die Strasse stellen.

    Der hohe Anteil von Mietern in der Bevölkerung birgt auch sozialpolitischen Zündstoff. Nicht umsonst ist der Hypothekarzins in der Schweiz ein Sozialpolitikum. Es ist noch zu bemerken, dass Wohneigentum Teil der dritten Säule der Altersvorsorge bildet.

    Wie könnte man das Wohneigentum fördern? Schauen wir mal, wie's die Amerikaner machen. Die haben das sogenannte FHA (Federal Hausing Administration). Das Programm, vornehmlich für die ehemaligen Militärpersonen vorgesehen, um ihnen den Start ins zivile Leben zu erleichtern, ist aber auch den Einwanderern zugänglich. Es garantiert der Bank die Sicherheit der Hypothekarschuld, sodass diese Darlehen zu günstigen Bedingungen für den Kauf von Wohneigentum anbieten kann. Wohlverstanden, der Staat zahlt kein Geld, er garantiert nur die Sicherheit.

    Mein Vorschlag:
    Der Bund erstellt eine Institution "Wohneigentumsförderung" mit den folgenden Zielsetzungen: Sie garantiert den Banken die Sicherheit der Hypothekarschulden bis zu 90% des Erstehungswertes eines Objekts, das der Schuldner und Eigentümer selbst bewohnt. Die ganze Hypothek soll im ersten Rang gewährt werden und entsprechend marktüblich verzinst werden. Diese Garantie ist allen Einwohnern zugänglich, die seit einer (noch zu bestimmende) Mindestzeit in der Schweiz sesshaft sind, einer regelmässigen Arbeit nachgehen (Arbeitsvertrag) und kreditwürdig sind (keine übermässigen Abzahlungsschulden haben). Die Institution prüft und berät die Kandidaten betreffend dem Budget in Bezug auf das aktuelle Einkommen. Er kann die Ausführung an die kantonalen Verwaltungen delegieren, die aber alle dieselben Bedingungen einhalten müssen, der Bund behält die Oberaufsicht.
    Wohlverstanden, der Staat zahlt kein Geld, er garantiert nur die Sicherheit der Schulden.


    :frage: Was meint Ihr dazu? Welche Partei will dies in ihr Programm aufnehmen?
     
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  2. leon Mod

    leon Mod Guest

    Neuer Benutzer
    AW: Förderung des Wohneigentums

    Wie singen die echten Schwaben: Schaffe schaffe, Heisle baue und nit no de Meedle gschaue....

    Viielleich gilt das auch fürs Wallis. das Wallis weist einen Wohneigentumsanteil von zwei Dritteln auf. also etwa das Umgekehrte Verhältnis. Wie das in andern Bergkantonen und ausserhalb der Grossagglos steht, weiss ich nicht......
     
  3. kuba

    kuba Gesperrt

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    AW: Förderung des Wohneigentums

    Der Bundesrat hatte im Jahre 1934 die Eigenmietwertsteuer als befristete Krisenabgabe eingeführt. Auch die seinerzeitige Wehrsteuer war ursprünglich nur auf 5 Jahre befristet - heute heisst sie einfach Bundessteuer und ist definitiv, wo die „Heiratsstrafe“ gemäss bereits 20-jährigem Bundesgerichtsurteil erst pro 2008 und nur für erwerbstätige Ehepaare (zwei Löhne) ausgeMERZt wird. Sie soll jedoch weiterhin für pensionierte Ehepaare gelten (zwei Einzelrenten)! Warum diese Spitzfindigkeit? - Befristete Steuern dürfen somit nie mehr bewilligt werden.

    Manche halten die Hausbesitzer für Spekulanten, die man ausmerzen sollte. Andere meinen sie seien Kühe, die man ständig noch mehr melken könne. Nur wenige haben gemerkt, dass die Hausbesitzer das lokale Kleingewerbe am Leben erhalten (Neubauten und Unterhalt).

    Die Aargauische Steuerverwaltung hat 2001 die Eigenmietwerte und Steuerwerte am Schreibtisch drastisch erhöht. Wenn Vermieter die Mieten so grosszügig erhöhen, werden sie öffentlich an den Pranger gestellt und vom Gericht zurückgepfiffen. Wenn zwei dasselbe tun ist es nicht das gleiche!

    Hauseigentümer haben Eigenkapital angespart, welches in der Liegenschaft steckt und folglich keinen Zinsertrag abwirft. Der Mieter aber, erhält für das gleiche Kapital einen effektiven Zinsertrag, der etwa gleich gross sein kann. So kann der Mieter „gratis“ wohnen. Wenn er verlangt, dass Zinserträge zu versteuern sind, ist das sicher richtig. Es besteht aber trotzdem ein grosser Unterschied zwischen dem Hausbesitzer und dem Mieter. Der Mieter erhält das zu versteuernde Zinseinkommen reell, und kann sich damit etwas anderes leisten. Der Hauseigentümer hingegen zahlt diese Zinsertragssteuer für Geld das er nie und nimmer sieht. Das heisst, der Hauseigentümer hat nach Zahlung dieser Steuer weniger Eigenkapital zur Verfügung, während der Mieter reelles Kapital legal noch vermehren kann (Zinsertrag minus Steuern). Auch von einer Verbilligung der Krankenkassenprämien kann deshalb der Hausbesitzer nur träumen: Das auf Jahre hinaus fixierte, fiktive Mietzinseinkommen und das erdichtete Liegenschaftsvermögen täuschen nur einen Pseudo-Reichtum auf dem Papier vor, der erst zum Tragen kommt, wenn die Liegenschaft dereinst auch mit Gewinn verkauft werden kann. Bezeichnend ist ja, dass die Eigentümerquote in der Schweiz nur etwas mehr als 33 % ausmacht - ergo ist die betreffende Steuergesetzgebung absolut eigentumsfeindlich und muss abgeschafft oder zumindest deutlich reduziert werden.

    Besonders im Pensionsalter ist die künstliche Vergrösserung von Einkommen und Vermögen erdrückend (Progression). Pension und AHV die neu zu 100 % zu versteuern sind, sind einiges kleiner als das seinerzeitige Berufseinkommen und gestatten keine Abzüge mehr, so dass die Steuerlast markant grösser wird als während der aktiven Erwerbszeit. Mit den heutigen Oelpreisen und der vorgesehenen Abgabe von Fr. 0.09/l auf Heizöl werden die entsprechenden Liegenschaften erst recht markant abgewertet, da diese nicht mehr zu einem einigermassen vernünftigen Preis verkauft werden können. Deshalb ist eine steuerliche Neuschatzung schweizweit überfällig.

    Warum wird die CO2-Abgabe nur auf Brennstoffen erhoben? Die grossen CO2-Emittenten bleiben verschont (Benzin-, Kerosen-Lobby usw.). Nur offene Cheminée-Feuer, die weniger als 5 % ausmachen, sollen an Belastungstagen verboten werden, statt die Feinstaubbelastung an der Wurzel zu packen (Dieselfahrzeuge ohne Filter usw.)! Im Strommarktöffnungsgesetz soll der Energieverbrauch nur für Gebäude bis 2030 stabilisiert werden. Alle andern Energieverschwender sollen ungeschoren davon kommen. Dies alles wohl nur deshalb, weil die Hausbesitzer in der Schweiz nur eine verschwindend kleine Minderheit darstellen und sich dadurch nicht mit Erfolg wehren können.“
     
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  4. Beat

    Beat Parteilos

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    AW: Förderung des Wohneigentums

    :( Das ist ja alles schön und recht, was Du da schreibst, aber bitte, sag doch auch etwas zum eigentlichen Thema und der gestellten Frage!
     
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  5. fragile

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    AW: Förderung des Wohneigentums

    Ich besitze selbst 2 Wohnungen, und hätte grosse Lust in kuba's Jammer einzustimmen :(

    Förderung von Wohungseigentum?
    oder
    Staatlich abzocken dort, wo niemand stark genug ist, sich zu wehren?

    Irgendwie widerspricht sich das!

    Vor 3 Jahren hatte ich eine Wohnung ziemlich grosszügig renoviert. Hauptpunt: neu isolieren (die Marder waren zu gefrässig). Als ich's von der Steuer abziehen wollte, kam der Inspektor vorbei. Den Abzug sprach er mir zu. Sehr widerwillig. Doch: Man habe bei der seinerzeitigen Festlegung des Eigenmietwertes die schöne Aussicht vom Balkon zu wenig berücksichtigt, ein Plus von x % also.

    Noch nie, seit ich diese Wohnungen vermiete, habe ich so viel Miete erheben können, wie's dem Eigenmietwert entsprach.

    Fazit: Ich wohne wieder in einer Mietwohnung - das einzige was für Normalbürger rentiiert.

    Für Pensionskassen, Versicherungen und Banken, für Wohnblöcke ab xy Mio, natürlich: da siehts anders aus.

    Kurzum (und später werde ich nicht mehr jammern, sondern mich nur noch zum Thema äussern): Hier wäre noch viel, sehr viel, zu tun!
     
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  6. Mondstein

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    AW: Förderung des Wohneigentums

    Ist es wirklich paradox?
    Ich meine neben den Hypozinsen, sind zum Beispiel Dinge wie Bodenpreise und Bauauflagen äusserst wichtig. Ebenso interessant dazu sind Steuern und Baukosten an sich.

    Deine Vorteile, sind recht schön geredet, wenn auch grunsätzlich richtig. Wichtige Nachteile sind, dass man sein Haus selbst Instand halten muss, man ist viel weniger flexibel und künftig wird wohl immer mehr Mobilität von den Arbeitnehmern verlangt. Nicht zuletzt hängt es vielleicht auch mit der Art der Familien zusammen, die klassischen Beziehungen die länger halten gibt es eben nicht mehr so oft - und ein Haus ist schwer zu teilen.
     
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  7. Beat

    Beat Parteilos

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    AW: Förderung des Wohneigentums

    :rolleyes: Ganau das könnte sich ändern, wenn der Eigenwohnanteil über 50% steigt.
    Es scheint, dass der Kanton Bern besonders wohneigentumsfeindlich ist, ich habe das auch schon von anderer Seite gehört. Ich bin im VD sehr gut gefahren und habe profitiert. Seit einigen Jahren gibts für die Eigenmiet-Bewertung ein Formular, das man getreu ausfüllt. Da kann kein Inspektor dagegen ankommen. Früher wurde der Wert vom kantonalen Brandversicherungsinspektor geschätzt. Da dieser offensichtlich kein Flair für Holzhäuser hatte, schätzte er meines viel zu niedrig. Als der Steuerbeamte mir dies unter die Nase reiben wollte, entgegnete ich ihm: Die Schätzung stammt von Ihrem Kollegen in der kant. Brandversicherung, darüber diskutiere ich nicht.
    :daumenunt Da bin ich, wie oben erklärt, überhaupt nicht einverstanden.
    :) Einverstanden!
     
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