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Die Islamisierung findet gerade statt

Dieses Thema im Forum "Asyl- und Ausländerpolitik" wurde erstellt von Dio Klezian, 25. 05. 2018.

Die Islamisierung findet gerade statt 4.5 5 2votes
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  1. Dio Klezian

    Dio Klezian

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    Frage / Anliegen:

    Die allmähliche Islamisierung Europas durch Masseneinwanderung von Moslems unter dem Titel "Flüchtling" und "Asyl" lässt sich nicht mehr leugnen.

    Die Linken und die Netten sind die Handlanger der Islamisten

    Über den Anschlag auf die europäische Identität
    Artikel von Bassam Tibi in der Basler Zeitung vom 20.02.2017
    wer mehr über B. Tibi persönlich erfahren möchte, schaue die Sendung Vis-a-vis mit Frank A. Meier auf youtube (4 Teile).

    Diesen Artikel schrieb ich als ehemaliger Linker der 68er-Zeit und als heutiger liberaler muslimischer Migrant aus Damaskus, der ein Wahleuropäer geworden ist. Ich vertrete in diesem Artikel zwei Ansichten:

    1. Europa ist eine Zivilisation und es hat eine empirisch feststellbare werte-bezogene zivilisatorische Identität.
    2. Die Hauptfeinde dieser Identität kommen heute sowohl von links als auch von rechts.

    Es sind die kulturrelativistischen und nihilistischen Linksgrünen und die (zugewanderten) Diaspora-Islamisten, die zwar Zuflucht in Europa suchen und finden (und sich im Sozialstaat einrichten), zugleich aber den Kontinent islamisieren wollen. Die Linken sind Kulturnihilisten und ihre unausgesprochenen Verbündeten. Ddie Islamisten, sind religiöse Absolutisten. Wie passt dies zusammen?

    (...) Der Hintergrund ist der zunehmende Anteil von Migranten aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten an der Gesamtbevölkerung Europas. Es wird zwar nicht gerne gehört und gilt als politisch nicht korrekt, und doch ist es wahr, dass die Neuankömmlinge eher Ansprüche stellen und weniger geneigt sind, wertemässig Europäer zu werden; sie verstärken eher den Trend, die europäische Identität in Frage zu stellen. Unter der Maske beziehungsweise dem Vorwand, eine humanitäre Politik gegenüber den (sogenannten) Flüchtlingen zu betreiben, unterstützen die Linksgrünen diesen Trend.

    Die Ablehnung der Leitkultur (Der Begriff der "Leitkultur" ist von Prof. Bassam Tibi)
    Als ein Mensch nichteuropäischer Herkunft sehe ich europäische Identität deshalb positiv, weil sie einen inklusiven Rahmen bietet, der eine Verbindung zwischen den ethnischen Einheimischen und den Neuankömmlingen in einer Wertegemeinschaft ermöglicht. Ich nenne diesen Rahmen Europäische Leitkultur; eine Option, die nicht nur Islamisten, sondern auch Linksgrüne vehement ablehnen.

    Die kritische Situation einer in Frage gestellten Idee von Europa möchte ich am Beispiel der 44. Römerberggespräche in Frankfurt am Main veranschaulichen, wo im Dezember 2016 ein Frankfurter Professor die Leitkulturidee als «Hirngespinst» verunglimpft hatte. Das ist deshalb bösartig, weil zum Bestand der europäischen Identität eine kulturübergreifende Leitkultur gehört, auf der säkulare Demokratie, Laizität (Religion ist Privatsache und der Staat hat sich in jeder Hinsicht neutral zu verhalten) und Citoyenneté (aktive Teilnahme des Bürgers am gesamtgesellschaftlichen und politischen Geschehen) als wesentliche Säulen des Gemeinwesens ruhen. Wenn man diese Idee von Europa abweist, bleibt nichts (mehr) übrig.

    So sind beispielsweise die Grundrechte in Europa individuell und nicht solche der Kollektive (die Islamisten wollen kollektive Ausnahmerechte für ihre Noch-Minderheit). Die Linksgrünen missbrauchen die Flüchtlinge als Minderheiten, um mit ihnen Politik als Ersatz-Proletariat (im Sinne der marxist. Ideologie) zu machen. Der linksgrüne Anschlag auf die europäische Identität kann nur angemessen in einem grösseren Rahmen verstanden werden, um zu zeigen, warum die Idee von Europa heute angefochten wird.

    Aber weshalb feinden die Linksgrünen die europäische Identität so verbittert an? Ich sehe den Hauptgrund darin, dass die Linksgrünen die europäische Zivilisation mit dem Kapitalismus gleichsetzen, woraus folgt, dass ein Antikapitalismus unbedingt antieuropäisch sein muss.
    (Dio Klezian: Die Massenzuwanderung soll uns vom "bösen" Kapitalismus quasi heilen und unsere Kultur "bereichern". - Das ist multikulit Sozialromantik. Die Migranten wollen aber nichts anderes als von unserem Sozialstaat profitieren und ihre islamische Kultur pflegen, was zu Parallelgesellchaften führt.)

    Was ist eine Zivilisation?
    Es gehört zum Abc der Geschichtswissenschaften, dass sich verwandte Kulturen zu einer Zivilisation gruppieren. Es gibt zwei prominente Beispiele hierfür: Europa und den Islam (sprich die islamische Welt). Zahlreiche europäische Lokalkulturen gruppieren sich zu einer europäischen Zivilisation, wie gleichzeitig Tausende von islamischen Kulturen eine islamische Zivilisation bilden. Überregionale Zivilisationen beruhen auf einer Identität, deren Substanz eine geteilte (gemeinsame) Werteorientierung ist. Der islamische Philosoph Ibn Khaldun nannte dies Assabiyya (Esprit de Corps; Korpsgeist). Wenn die Assabiyya eine zivilisatorische Schwäche zeigt, dann ist die Zivilisation selbst schwach.
    Dio Klezian: Der europäische Korpsgeist ist total angekränkelt durch einen überbordenden Individualismus und Psychologisierung des Einzelnen, u.a. hervorgerufen durch überbordenden Wohlstand (Unmenge von gleichartigen Esswaren und Produkten in Kaufhäusern; ich sage dem Konsumismus) und Kulturrelativismus ("anything goes" nach Feyerabend). Als einziges Tabu gilt der Antirassismus und die Ablehnung alles sogenannt Rechten: Kampfbegriffe sind Islamophobie und Religionsfreheit.

    Wie steht es um Europa?
    Europa als Zivilisation weist zwei grosse jahrhundertelange Epochen in seiner Geschichte auf. Die erste begann mit der Gründung Europas als christliches Abendland unter Karl dem Grossen und dauerte bis zur Renaissance an. Die zweite ist die Renaissance mit der Entdeckung des Humanismus der Antike (griech. Philosophe und römisches Recht). in der christliche Werte durch säkulare ersetzt werden. In diesem zweiten Abschnitt entwickelte sich also das christliche Abendland zum säkularen Westen.
    Dio Klezian: Als wichtiges Erreignis ist die geistige, soziale und politische Entwicklung im Rahmen der französische Revolution (individuelle Menschenrechte, allgemeines Wahlrecht etc.) zu nennen.

    Die Last der Kreuzzüge
    Das christliche Europa trägt die Last (Schuld) der Kreuzzüge (verursacht durch den christlichen Glaubensfanatismus, der aber überwunden ist) und die säkulare europäische Zivilisation ist durch den Kolonialismus belastet. Aber haben die Muslime nicht auch Ähnliches getan? War der islamische Jihad nicht der Vorgänger der Kreuzzüge? Und haben die Muslime nicht auch die Welt (von der arab. Halbinsel über ganz Nordafrika bis nach Spanien und über Irak und Persien bis nach Indien) erobert und kolonisiert?

    Die Linksgrünen sind auf einem Auge blind; sie sehen nur die Lasten (sprich das Versagen) der eigenen Zivilisation. Die heutige linksgrüne Ablehnung Europas ist nicht neu; die Abweisung der westlichen Zivilisation als ein Herrschaftszentrum mit all den Übeln von Kolonialismus und Faschismus reicht weit zurück. Als ein alter Linker weiss ich, dass die Linken der 1960er-Jahre anders waren. Max Horkheimer hat uns trotz aller Übel, die von Europa ausgingen, klar die positiven Seiten der europäisch-westlichen Werte aufgezeigt, die universell galten und von den alten Linken vertreten wurden, zu denen auch ich gehörte. Heutige Linksgrüne sind hingegen auch wertemässig antieuropäisch und antiwestlich eingestellt.

    Der letzte Ritt
    Der belgische Historiker David Engels veröffentlichte im November (2016) einen Essay im Magazin Cicero, er hiess: «Der letzte Ritt. Das Ende des Westens, wie wir ihn kannten». Darin beschreibt Engels einen gefährlichen Wandel in Europa: An die Stelle «positiver Identität» sei «offene Selbstzerstörung» getreten, die den Westen von innen aushöhlen würden. Engels beklagt den Werteverlust in Europa, der zu «Orientierungslosigkeit, Defätismus und sogar offenem Selbsthass» führe.

    Der belgische Historiker macht folgende richtige Beobachtung: «Der Westen (das Abendland, wenn man so will) hat den Glauben an sich und seine Zukunft verloren.» Und weiter: «Dem Westen ist die Affirmation (Bestärkung) der eigenen Identität […] fast vollständig abhanden gekommen.» Westliche Werte werden synonym mit weisser Hautfarbe gleichgesetzt, sodass deren Verteidigung als «Rassismus» gilt. Engels zeigt schliesslich, wie unter den Bedingungen islamischer Zuwanderung «unversöhnliche Parallelgesellschaften» entstehen (welche die Hauptgesellschaft verachten und hassen). Für die Linken ist dies ein Segen des Multikulturalismus. David Engels aber schreibt: «Multikulturalismus ist die missverstandene orientalische Gesellschaftsform.»

    Für die Linksgrünen ist das einzig Positive an Europa die Brüsseler Demokratie der Europäischen Union. Wer gegen diese Bürokratie eintritt, wird vom linksgrünen Narrativ als antieuropäisch und populistisch an den Pranger gestellt. Nach dem linksgrünen Narrativ ist der Kampf gegen Rassismus ein Kampf gegen europäische Identität. Der Herausgeber der Zeit, Giovanni di Lorenzo, hatte voriges Jahr einen Artikel veröffentlicht, worin er zeigt, wie sehr das linksgrüne Narrativ die öffentliche Meinung in Europa bestimmt, ja dominiert. Wer nicht mitmacht, wird in die rechtspopulistische Schmuddelecke gestellt.

    Als muslimischer Migrant fällt es mir schwer, diesen europäischen Selbsthass nachzuvollziehen. Um dies zu verstehen, erlaube ich mir, einen persönlich gefärbten Rückblick zu bieten. Ich kam im Jahr 1962 als konservativ sozialisierter Muslim aus Damaskus nach Frankfurt und geriet schnell unter den Einfluss der Frankfurter Schule und der linken Studentenbewegung. Damals war die Linke wertemässig europäisch eingestellt. Ich erinnere mich noch genau daran, wie wir mit europäischem Geist Marx, Hegel und Kant lasen und den autoritären Lenin sowie sein Denken als asiatische Despotie ablehnten. Für die meisten Linken meiner Generation war Kants Idee des vernunftbegabten Individuums ein Leitbild.

    Horkheimers Vermächtnis
    In diesem Geist forderte uns Horkheimer damals auf, die westlich-europäische freie Welt als «Insel der Freiheit in einem Ozean der Gewaltherrschaft» (Tibi meint die orientalischen Despotien wie z.B. Syrien unter Assas sen. und jun.) zu verteidigen, und zwar nicht nur gegen den Faschismus Hitler’scher Prägung, sondern auch gegen den linken Totalitarismus Stalin’scher und Lenin’scher Provenienz (Herkunft). Hierzu sind die heutigen Linken nicht mehr bereit, sie tun genau das Gegenteil.

    Ich bin dem Vermächtnis Max Horkheimers treu geblieben. Zu den Feinden Europas, Faschismus und linker Totalitarismus, die Horkheimer nannte, kommt heute aber noch ein dritter Feind hinzu: der Islamismus. Wer, wie ich, aber vor dem totalitären Islamismus warnt, wird von Linksgrünen mit den Vorwürfen «Rassismus» und «Islamophobie» eingedeckt.

    Die vorangegangenen Ausführungen bilden die Basis für die Feststellung, dass die Linksgrünen heute einen Anschlag auf die zivilisatorische Identität Europas verüben; sie zerlegen Europa durch einen kulturrelativistischen Nihilismus, der alle Grundlagen der europäischen Identität bestreitet. Im Folgenden will ich fünf zentrale Themen, die das Fortbestehen der europäischen Identität betreffen, anführen, die die Linksgrünen bei ihrem Anschlag im Visier haben.

    Das unausgesprochene Bündnis
    Erstens, Migration und Flüchtlinge als Minderheiten: Die beste Vorstellung des philosophischen Diskurses der europäischen Moderne findet man bei Jürgen Habermas, in seinem Buch «Der philosophische Diskurs der Moderne». Darin wird die individuelle Bestimmung des Menschen als zentrale Leistung Europas dargelegt. Diese Vorstellung gibt es im Islam nicht. Im Islam ist der Mensch ein Bestandteil des Umma-Kollektivs, das heisst der Weltgemeinde des Islam. Die Linksgrünen arbeiten mit Islamisten zusammen in einem Kampf, bei dem die Minderheiten Anerkennung als solche (durch Sonderrechte), also nicht als Individuum anstreben. Dies geschieht gegen die Bestimmung des Menschen als ein Individuum. Bei der Anfeindung der europäischen Identität verschwindet der Unterschied zwischen den europäischen Linken und den orientalischen Islamisten.

    Zweitens, Denkfreiheit ohne innere Zensurinstanz: Die Linken erzwingen durch ihre mediale Herrschaft eine Zensur der Political Correctness, die die «unbequemen Gedanken» (Adorno) aus dem öffentlichen Leben verbannt; sie werden durch eine Tyrannei des vorherrschenden Narrativs verboten. Damit verstossen Linksgrüne gegen alle Tugenden und Regeln der Demokratie, so wie sie John Stuart Mill in seiner Bibel der Demokratie, «On liberty», formuliert hat.

    Drittens, Laizität in einer säkularen Zivilgesellschaft: Dies ist eine der grössten Leistungen (Errungenschaften) Europas. Die Französische Revolution hat aus dieser Idee eine gesellschaftliche Realität gemacht, gegen die die Linksgrünen im unausgesprochenen Bündnis mit dem Islamismus und im Namen der Religionsfreiheit eintreten. Unter dem Mantel der Religionsfreiheit für den Islam verschwindet die europäische Leistung, die Max Weber «Entzauberung der Welt» nannte.

    Die Abschaffung der Fakten
    Viertens: Abschaffung der Objektivität durch die linke Ideologie des Kulturrelativismus und Postmodernismus: Es gibt keine Fakten mehr, sondern nur Postfaktisches, also der ideologische Schwachsinn der Linksgrünen. Und schliesslich,

    fünftens, verstricken sich die Linksgrünen, die einen Relativismus ideologisch vertreten, in einen Widerspruch, wenn sie (unter dem Titel Religionsfreheit) den religiösen Absolutismus der muslimischen Migranten befürworten. Faktisch entsteht in der öffentlichen Sphäre parallel ein linksgrüner Absolutismus, der jeden genuinen Pluralismus vernichtet. Der Pluralismus der «open society» (Karl Popper) ist das Herz der europäischen Identität.

    Kann Europa die linksgrüne Selbstverleugnung als herrschendes Narrativ überleben? Ich habe keine Antwort auf diese Frage, aber die Hoffnung, dass ich die Islamisierung Europas nicht mehr erlebe (das ist eine schwache persönliche Hoffnung).
    Dio Klezian: Wir müssen uns der aufgezeigten Entwicklung der Islamisierung bewusst werden und die "geistigen" Grundströmungen dahinter erkennen.

    Bassam Tibi, 72, ist emeritierter Professor für Internationale Beziehungen. Er ist Autor des Buches «Europa ohne Identität? Europäisierung oder Islamisierung», das 2016 im ibidem-Verlag erschienen ist.
    (Quelle: Basler Zeitung, BaZ online 20.02.2017,

    Bassam Tibi, Deutscher syrischer Herkunft und Schüler der sog. "Frankfurter Schule" (Theodor W. Adorno, Horkheimer etc.), war lange Jahre Professor und ist bestens ausgewiesener Kenner des Islams und des Islamismus. Worüber er spricht, will in Deutschland niemand hören: Judenhass der Araber, Sexismus und deutscher Extremismus ..., von Benedict Neff, Göttingen 07.07.2016
    Ich weigere mich, zu schweigen
    In Deutschland zwingen Politiker und Medien die Bevölkerung, ein Narrativ von einer Willkommenskultur zu übernehmen, wonach 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Nahost und Afrika ein Segen für Europa seien. ...
    von Bassam Tibi 05.08.2016
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. 05. 2018
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    Dio Klezian, 25. 05. 2018
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  2. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Da hat sich Tibi ja ganz schön ins Zeug gelegt. Schade dass am Ende seiner zahlreichen Missvertändnisse, Unterstellungen und Realitätsverzerrungen kaum noch Substanz übrig bleibt.

    Kurze Replik zu einigen Punkten (unvollständig, denn mir fehlt jetzt die Zeit diesen ganzen Schwall an Kontrafaktischem einzeln zu zerlegen):

    - Tibi unterstellt, dass sich die "Linksgrünen" sich eine möglichst umfangreiche Zuwanderung und möglichst viele Flüchtlinge wünschen und die kulturellen EInflüsse des Islams als positiv und wünschenswert sehen. Das ist aber völlig falsch. Mir ist kein "Linksgrüner" bekannt, der sich mehr Flüchtlinge oder gar eine Islamisierung wünscht. Vielmehr würden sich die meisten sogar weniger (bzw. gar keine) Flüchtlinge sowie eine Integration die den Islamismus verschwinden lässt wünschen.
    Nur nehmen die "Linksgrünen" im Gegensatz zum Rest halt die Fakten zur Kenntnis. Nämlich dass die Flüchtlinge eben vor der Tür stehen, teils weil ihre Herkunftsländer vom Krieg verwüstet sind, teils weil es dort keine Zukunftsperspektiven geibt.
    Ebenfalls im Gegensatz zum "Rest" setzen sich Linksgrüne auch dafür ein, dass diese Fluchtursachen bekämpft werden. Nur kommen sie damit oft nicht gegen den Widerstand der "Rechtsbraunen" Polit- und Wirtschaftelite an, welche mit ihrer Kriegstreiberei die Fluchtursachen fördert.
    Der Unterschied zwischen "Linksgrünen" und "Rechtsbraunen" besteht also nicht darin, dass erstere den Flüchtlingsströmen oder gar dem Islam positiv gegenüber stehen, sondern der Unterschied besteht darin, dass sie sich dafür einsetzen, dass in angesichts der geschaffenen Fakten (und das sind idR Fakten die nicht von Linksgrünen sondern von Rechtsbraunen geschaffen wurden) die zwingenden Massnahmen getroffen werden.
    Zwingende Massnahmen =
    1. Aus humanitärer Sicht
    2. Aus Sicht der grossen Mitverantwortung westlicher Kriegstreiber und Wirtschaftstäter für die Kriege und Krisen in den Fluchtländern

    - Dass Tibi für diese "Mitverantwortung" bis zu den Kreuzzügen zurückschauen muss und nicht sehen will, was alleine in den letzten Jahrzehnten alles "gelaufen" ist, scheint mir darauf hinzudeuten, dass er diese historischen Fakten die nicht in seine Argumentation passen gerne unter den Teppich kehren möchte.

    - Zu letzt noch: Tibi fantasiert von der Abschaffung der Objektivität un dem "Postfaktischem", welches er dem "idoelogischen Schwachsinn der Linksgrünen" anlastet. Welch grotesker Hohn. Es ist doch seit jeher das Markenzeichen der Linksbraunen, dass sie aufgrund von Fantasien und Lügenmärchen argumentieren und sich eben - im Gegensatz zu den wissenschaftlich & faktisch orientierten Linken - keinen deut um die Wirklichkeit scheren. Man denke nur an das Trumpsche Zeitalter der "alternative facts". Hier nun diese offenkundig rechten Attribute den Linken anhängen zu wollen macht deutlich, dass bei Herrn Tibi keinerlei wissenschaftliche oder sonstige Redlichkeit anzutreffen ist. Morgen erzählt er uns wahrscheinlich, dass die Erde eine Scheibe sei.
     
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  3. Dio Klezian

    Dio Klezian

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    Ja, Bassam Tibi hat sich gründlich ins Zeug gelegt, im Gegensatz zu dir. Deine kurze Replik auf den Artikel von Tibi bei mangelnder Zeit für die gründliche Lektüre zeigt, dass du selber zahlreichen Missverständnissen und Realitätsverzerrungen unterliegst.

    Tibi spricht von Linksgrünen; ich spreche von den "Linken und Netten" (nach Blocher). Natürlich ist das eine Verallgemeinerung. Natürlich wollen die Linksgrünen bzw. Linken und Netten nicht eine Massenzuwanderung oder Islamisierung - das hat Tibi aber nie unterstellt. Die Linken und die Netten machen sich vielmehr aus Unkenntnis oder Naivität (sprich Dummheit) zu Helfern der Islamisten mit ihrem multikulti Verständnis, Betonung der (missbrauchten) Religionsfreiheit, worüber sich die Islamisten nur ins Fäustchen lachen können (deshalb verachten sie uns auch insgeheim). Natürlich sind vielen Linksgrünen in Deutschland inzwischen (seit 2015) die Augen aufgegangen.

    Zu deiner Aussage, dass die Flüchtlinge eben vor der Tür stehen, teils weil ihre Herkunftsländer vom Krieg verwüstet sind, teils weil es dort keine Zukunftsperspektiven gibt: Vor allem das Letztere dürfte zutreffen. Denn diese Migranten wollen nicht in irgend ein Land sondern schnurstraks ins gelobte Deutschland, wo sie grosszügige Unterstützung durch den Sozialstaat zu erhalten hoffen. Die meisten der sogenannten Flüchtlinge (40 von ihnen haben angeblich keine Identitätspapiere!) sind gar nicht integrationsfähig bzw. nicht integrationswillig. Es ist die verheerende islamische Lebensanschauung dieser meist sehr ungebildeten Leute, (die gemäss Tibi nicht richtig arabisch können, Frauenverächter und Antisemiten sind), was Tibi Sorgen macht. Das sieht man in der Vis-a-vis Sendung mit Frank A. Meier auf youtube. Man sieht auch, was Tibi für ein intellektuelles Kaliber ist und einen langen Bildungsweg mitgemacht hat, auch wenn er seine Emotionalität nicht verhehlt, was ihn gerade sympatisch-menschlich macht.

    Die Abgeordneten der AfD, welche mit guten Voten im Bundestag auftreten, wollen, dass die Flüchtlinge mit Behilfen zur Rückkehr bewogen werden, denn Syrien ist zum grossen Teil befriedet also sicher und das Land benötigt Arbeitskräfte für den Wiederaufbau. 200'000 haben kein Asylrecht in Deutschland und sollten zurück.

    Das mit den christlichen Kreuzzügen gehört ja zum islamische Narrativ, weshalb sich Tibi dazu äusserte.

    Deine eilig hingeworfene Kritik an Tibi ist substanzlos und ungerechtfertigt. Tibi fantasiert nicht, sondern bringt seine Kritik fundiert vor. Er hat 30 Bücher auf Deutsch geschrieben. Er war als Professor in vielen (auch arabischen) Ländern. Er kann perfekt arabisch und kennt den Koran auswendig, den er als heilig schätzt, aber auch das deutsche Grundgesetz. Er kennt seine syrischen Pappenheimer, die nach Deutschland gekommen sind. Er hat mit vielen von ihnen gesprochen.

    Seitdem ich Tibi gelesen und gehört habe, glaube ich, dass die "Islamisierung" nicht eine Übertreibung rechter Kreise ist (was ich früher dachte), sonder sich Europa bzw. der Westen, oder das Abendland, sich an einem Scheideweg befindet. Die grösste Gefahr ist die langfristige demografische Entwicklung. Bei 200'000 kulturfremden Zuwanderern jedes Jahr nach Europa muss man sich wirklich Sorgen machen.
     
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  4. Alexander

    Alexander Parteilos

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    Vielen Dank schon einmal für diese Aussage. Damit begibst du dich direkt in lobenswerte Opposition zum rechten Standard-Narrativ, welches nämlich typischerweise genau dies behauptet. (Lässt sich auch in diesem Forum gut zeigen.)


    Ob Tibi dies tatsächlich nicht unterstellt, würde ich mal in Zweifel ziehen.

    Im obigen Text schreibt Tibi ja z.B:

    "Unter der Maske beziehungsweise dem Vorwand, eine humanitäre Politik gegenüber den (sogenannten) Flüchtlingen zu betreiben, unterstützen die Linksgrünen diesen Trend."

    Des klingt für mich nicht als wollte er sagen, dass dies "versehentlich" oder "aus Naivität" passiert. Wer einen Vorwand konstruiert, der handelt bewusst und nicht aus Versehen.


    Auf Religionsfreiheit angewiesen sind typischerweise die Religiösen. Also im Durchschnitt gerade nicht die Linksgrünen.
    Ich wäre ja mal gespannt woher die Opposition käme, wenn man einmal griffige Gesetze gegen religiöse Volksverblödung und dergleichen vorschlagen würde ;)

    Aber der Tenor ist klar: Die Rechten sind immer dort für "Freiheit", wo ihre persönliche Freiheit gemeint ist. Die Freiheit der anderen ist für sie hingegen kein schützenswertes Gut.


    Beides trifft zu. Dass im nahen Osten Krieg und Terror herrschen (mit freundlicher Unterstützung der NATO) wird ja kaum jemand bestreiten wollen.
    Tatsächlich sind ja beispielsweise ein Grossteil der Syrischen Flüchtlinge Binnenflüchtlinge im eigenen Land oder in den Nachbarländern untergekommen (alleine Jordanien soll über eine Million haben). Doch die Lager dort sind überfüllt und können oftmals kaum die bereits anwesenden versorgen.
    Mehr Unterstützung für die Nachbarländer wäre also sicher eine gute Investition, aber die Rechtsbraunen halten dies ja für herausgeschmissenes Geld und "investieren" lieber in Steuergeschenke für ihre Parteibonzen.


    Das würde mir auch Sorgen machen. Deswegen sollte man ja dringend sämtliche Tätigkeiten einstellen, welche einerseits Fluchtursachen und andererseits Islamisierungstendenzen fördern. Aber genau diese Tätigkeiten kommen eben aus dem Repertoire der Rechtsbraunen und werden von diesen gegen die Linksgrüne Minderheit durchgesetzt.


    Allerdings kommt man eben nicht umhin zu erwähnen, in wessen Kielwasser die Islamisierungs-Rückfälle im nahen Osten passieren.
    Tatsache ist, dass diverse Länder der Region noch vor wenigen Jahrzehnten deutlich "europäischer" und säkularer waren als heute. Wenn man sich dann anschaut, wann und wie sich das jeweils geändert hat, dann wirds halt ein bisschen peinlich für die rechtsbraune Weltpolitik. Denn diese Rückfälle sind eben ganz offensichtlich grossmehrheitlich die Konsequenz von militärischen und geheimdienstlichen Interventionen des Westens in den jeweiligen Ländern. Und immer brav finanziert von der saudischen Terrordikattur, welche vom Westen mit Geld, Waffen und "Leigitmation" vollgepumpt wird.
    Lässt sich halt schlecht schönreden. Und es findet ja trotz allem bis heute auch kein Umdenken statt. Auch 2018 bombt die NATO gegen säkulare Kräfte im nahen Osten und liefert Waffen an Islamisten. Und die selben die diesen Bombardements und den Saudi-Geschäften zujubeln wundern sich nachher, woher eigentlich diese Islamisten kommen. Grotesk.


    Diese Beihilfen gibt es ja bereits.

    Übrigens: Die SVP ist dagegen ;)

    "Die Rückkehrhilfe ist nach Ansicht der SVP der falsche Ansatz, um den Ausländeranteil zu senken oder die Asylmisere zu bekämpfen."


    Es ist wohl eher eine Nebelpetarde um davon abzulenken, dass westliche Interventionen im nahen Osten der Alltag sind - und keine 700 Jahre zurückliegende Geschichte.


    Ahja?
    Ich sehe in deinem Beitrag nicht, was dieses "Fazit" zulassen würde.

    Vielmehr bestätigst du bereits in deinen ersten paar Sätzen eine der zentralen Aussagen meines Beitrages und trittst damit selber in Opposition zu Tibis Darstellung.
    Und in den darauf folgenden Sätzen plätscherst du etwas dahin, ohne konkrete Widersprüche zu meinem Beitrag zu erheben.
     
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    Alexander, 25. 05. 2018
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    #4
  5. Beat

    Beat Parteilos

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    Ich zitiere nur diesen Abschnitt aus Deinem Aufsatz, weil er mir typisch erscheint, für die etwas wirren Gedankengänge. Darin kommt die immer wieder wiederholte "Linksgrünen"-Paranoya zum Ausdruck. Mal abgesehen davon, dass es "Linksgrün" als Einheit gar nicht gibt, es ist ein geistiges Konstrukt der "Rechten", offenbart sie einen Mangel an Differenziertheit und Seriösität der vorgestellten Hypothese.
    Was ich nicht nachvollziehen kann, ist Deine Behauptung, ein "Linker" zu sein, steht im Widerspruch zu den gebehtmühlenartig wiederholten Unterstellungen an die Adresse der sogenannten "Linksgrünen".
     
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  6. Beat

    Beat Parteilos

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    Was ich noch anfügen wollte:

    Wenn auch das Grundthema, die drohende Islamisierung Europas, durchaus nachvollziehbar ist, dient Tibi dies nur als Anlass, resp. Vorwand für seine unsäglichen, realitätsfernen Hetztiraden gegen die imaginären, pösen "Linksgrünen". Keine differenzierte Analyse der Ursachen, keine Empfehlungen, keine Lösungsvorschläge!

    Von einem Intellektuellen erwarte ich denn schon etwas mehr.
     
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  7. razzar

    razzar

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    Eine sehr komische Art nach Schuldigen der Flüchtlingsflut zu suchen. Will man damit von den Schuldigen der Flüchtlingsflut ablenken? Oder will man den Schuldigen helfen Europa zu entzweien (destabilisieren)?

    Die Ursache ist der Krieg, die Auswirkung ist Streit unter der europäischen Bevölkerung. Findet das niemand irgendwie voll behämmert?
     
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