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Altlastenkraftwerke? Nein Danke!

Dieses Thema im Forum "Atompolitik" wurde erstellt von krokodil, 31. 10. 2007.

Altlastenkraftwerke? Nein Danke! 4.5 5 4votes
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  1. krokodil

    krokodil

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    Altlastenkraftwerke? Nein Danke!

    Trotz ertragsreichen und sicheren Alternativ-Energien wie Wind, Biomasse, Geothermie und Solarenergie versucht immer noch eine Minderheit von Atomlobbisten die politischen Entscheidungsträger zu beeinflussen.
    Die staatlichen Atomlobby, die mit der AVES im Parlament gut vertreten ist, ist es zunächst gelungen, die Forderung nach neuen AKW auf die politische Agenda zu setzen. Dabei ist der bei der Produktion anfallende Atommüll weiterhin über 100'000 von Jahren hochproblematisch und ein Sicherheitsrisiko, denn bei der Lagerung müssen auch zukünftige geologische Aktivitäten müssen in Betracht gezogen werden. Vor 100'000 Jahren war die Menschheit noch mit Faustkeilen unterwegs. Die angeblich sichere Lagerung in schwedischen Forstmark bringt bereits probleme zu tage: das Meerwasser ist bedroht.

    Die Anzahl der Altlastenkraftwerke in Betrieb hat set 1990 nicht nur stagniert sondern nimmt jährlich ab. Die Beschwörung einer Renaissance der Atomindustrie erweist sich als Wunschdenken der gut alimentierten Lobbisten. Der Bau eines neuen Kraftwerkes in Finnland ist von zahlreichen Pannen und Pleiten begleitet – wer die Fehlbeträge in Milliardenhöhe bezahlen soll ist unklar. Es ist deshalb sehr fragwürdig, dass sich gestandene Politiker für eine Fortsetzung dieses risikobehaftete Abenteuer einspannen lassen. Der Realitätsverlust ist nicht mehr nur dem amerikanischen Regierung vorzuwerfen, er hat nun auch die Schweizer Politik erreicht.

    Die teure Altlastentechnologie müsste die Schweiz vollumfänglich aus Frankreich importieren – auf dass wir uns weiterhin mit hausgemachtem Atommüll herumschlagen müssen, auf jahrtausende hin. Dabei gibt es bessere und sicherere Arten zur Stromerzeugung, ganz abgesehen davon, dass eine effizientere Nutzung bei der heutigen übermässigen Verschwendung (siehe Stromheizungen) vordringlich ist.
     
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  2. Chevy

    Chevy

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    Was ist falsch daran mit Strom zu Heizen? Es gibt keinen Energieträger der sich leichter Transportieren lässt.
     
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  3. krokodil

    krokodil

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    Elektroheizungen verschwenden hochwertigen Strom – ideale Prozessenergie – für Raumwärme, energetisch ein Unsinn. Dabei geht sehr viel Energie verloren. Mit dem Ersatz alter stromfressender Elektroheizungen aus den 70er und 80er Jahren durch erneuerbaren oder effizienten Heizungstechnologien können ca. 3 Milliarden kWh Strom eingespart werden. Dies entspricht der Jahresproduktionsmenge des AKW Mühlebergs .

    http://www.greenpeace.ch/de/themen/energie/energieeffizienz/umfrage-el ektroheizung/
     
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  4. seabream

    seabream Guest

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    Bis im 2020 kann ca. 5% des Energieerbrauchs mit zusätzlichen alternativen Energien gedeckt werden. Allerdings nur, indem diese Energien mit Milliarden an Fördergelder unterstützt werden. Die 5% entsprechen in etwa einem Viertel der Importverträge, die wir für die französische Atomenergie haben. Diese laufen 2020 aus. Die SP und die Grünen wollen jetzt, nebst dem sie den französischen Kernkraftstrom abschalten wollen, noch unser 5 eigenen Atomkraftwerke abschalten. Das würde bedeuten, beinahe 50% der heutigen Stromerzeugung vom Netz zu nehmen. Gleichzeitig führen aber alle Massnahmen, durch die man den Verbrauch fossiler Brennstoffe reduzieren will, zu mehr Stromverbrauch. Der Ausbau des ÖV wird mehr Strom benötigen, der alpenquerende Transitverkehr auf der Schiene ebenfalls. Man kann folglich davon ausgehen, dass, auch wenn man alle Geräte effizienter macht, in den kommenden Jahren der Stromverbrauch weiter wachsen wird. Wenn man diese Tatsachen würdigt, dann kommt man zum Schluss, dass man - bei aller Förderung der alternativen Energien - nicht auf Kernkraft verzichten kann. Wir werden daher unsere bestehenden Kernkraftwerke erneuern und weitere 40 Jahre betreiben müssen.

    Das Problem mit dem radioaktiven Abfall muss dabei ebenfalls pragmatisch angegangen werden. Festzuhalten ist, dass man das Problem der nuklearen Entsorgung sicherheitsmässig lösen muss, egal ob man nun 2020 abschaltet oder die Werke weiter betreibt. Die Abfallmenge fällt zum Beispiel gegenüber chemischen Sonderabfällen kaum ins Gewicht, selbst wenn man an der Kernkraft für weitere 40 Jahre festhält. Bei einer Aufhebung des bis 2016 von den Eidg. Räten verfügten Moratoriums für die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente (= Abfall-Recycling) könnte das Volumen hochradioaktiver Rückstände gar noch verkleinert werden.
     
  5. leonforte

    leonforte Guest

    Neuer Benutzer
    nun an der steckdose ist ökostrom 8x teurer ..... der konsument wird mit dem portemonnaie entscheiden ......
     
  6. krokodil

    krokodil

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    Die Abfallmenge fällt zum Beispiel gegenüber chemischen Sonderabfällen kaum ins Gewicht
    Das Risiko ist umso grösser.

    Produktionsüberhang von zweieinhalb mal AKW Gösgen
    Heute produzieren die in der Schweiz stehenden Kraftwerke ungefähr soviel
    Strom wie verbraucht wird. (58 Terawattstunden). Zählen wir die Atomstrom-Bezugsverträge mit Frankreich dazu, haben wir heute einen schweizerischen Produktionsüberhang von zweieinhalb AKW
    Gösgen.


    Effizienz wird sträflich vernachlässigt. Effizienz-Massnahmen sind nur halb so teuer wie der Bau von neuen Kraftwerkskapazitäten. Dies sagt die Internationale Energie-Agentur IEA. Elektrische Energieeffizienz wurde als Thema und Potenzial bisher stark vernachlässigt. Auch das Bundesamt für Energie BFE trägt dazu bei. Bis heute fehlen genügend scharfe Zulassungsbestimmungen für elektrische Geräte, Motoren und Beleuchtung. Weiter ist es für die SES unverständlich, dass die
    Stromverschwendung mit Elektroheizungen nicht ernsthaft angegangen wird. Die SES hat in einer Studie (Ellipson 2006) gezeigt, dass mit heute besten Stromanwendungen 25 bis 30% des heutigen Stroms
    eingespart werden könnte.
    http://www.energiestiftung.ch/
     
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  7. seabream

    seabream Guest

    Neuer Benutzer
    @krokodil

    Trotz aller Einsparungen reicht es nicht. Wir müssen realistisch bleiben. Experimente von linker Seite werden kategorisch abgeschmettert. SVP/FDP/CVP sind sich einig. Das reicht bei Weitem. BASTA
     

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